Unter den architektonischen Sehenswürdigkeiten Rostows sticht das Gebäude hervor, das ursprünglich für das Nachitschewan-Theater erbaut wurde und heute das Zuhause des Rostower Jugendtheaters ist. Sein Entwurf stammt von dem bekannten Architekten Nikolai Nikitich Durbach.
Der Bau des Theaters begann auf Initiative der Mitglieder der Nachitschewaner Gesellschaft der Liebhaber dramatischer Kunst und dauerte vier Jahre und zwei Monate. Die Eröffnung fand am 16. Dezember 1899 statt, jedoch wurde die Innenausstattung erst 1907 abgeschlossen.
Die Architektur des Gebäudes ist eine Mischung aus Barock, Renaissance und Klassizismus. Es hat einen komplexen Grundriss: Ein dreieckiges Giebelfeld mit Zinnen wird von vier korinthischen Säulen gestützt, und im Tympanon des Giebels befindet sich ein Kartusche. Die halbrunden Fenster beider Etagen und die bogenförmigen Sandriken über den Fenstern der zweiten Etage verleihen dem Gebäude einen besonderen Charme. Das Fries ist mit floralen Motiven verziert, die seitlichen Risalite, Halbsäulen und Stuckarbeiten sind ebenfalls vorhanden. Die zentrale Loggia ist mit einer Balustrade aus Balustern umgeben, und das Erdgeschoss ist rustiziert. Die Theaterlobby, der Vorhang und die Dekorationen wurden vom Künstler I. I. Krylov gestaltet. Der Zuschauerraum zeichnet sich durch eine hervorragende Akustik aus, die auf einer alten Bauweise beruht, bei der Amphoren mit offenen Mündern in die Decke eingelassen sind. Der Saal bietet Platz für 650-700 Personen und hat die Form eines eingezogenen Halbkreises, was die Zuschauer näher zur Bühne bringt. Der Boden des Saals konnte mit Hilfe von Wagenhebern nivelliert werden, was die Durchführung von Bällen und anderen Veranstaltungen ermöglichte. Im Zuge der 1983 begonnenen Rekonstruktion wurde die Fläche des Gebäudes mehr als verdoppelt, Produktionswerkstätten, Schminkräume, eine kleine und eine experimentelle Bühne wurden hinzugefügt.
Die erste Aufführung wurde von der Truppe von Nikolai Nikolajewitsch Sinelnikow präsentiert, die einen Prolog-Allegorie und die Komödie von L.N. Tolstoi „Die Früchte der Aufklärung“ in vier Akten umfasste.
In mehr als 110 Jahren haben in diesem Gebäude zahlreiche Theatertruppen gearbeitet. Seit 2001 trägt das Theater den Namen Rostowsches Regionalakademisches Jugendtheater und setzt die Traditionen seiner Vorgänger fort. Das Gebäude ist in die Liste der Objekte des kulturellen Erbes regionaler Bedeutung aufgenommen.
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