"Paris des Pazifiks"
Die Russen haben Alaska im XVIII. Jahrhundert als erste auf die Weltkarte gesetzt. Eine bedeutende Rolle bei der Erschließung der nördlichen Territorien Amerikas spielte der Kaufmann Alexander Andrejewitsch Baranow. Im Jahr 1799 stimmte er zu, die Expedition der Russisch-Amerikanischen Kompanie zu leiten und gründete, nachdem er die Küste erkundet hatte, eine russische Siedlung auf der Insel Sitka. Die Beziehungen zur einheimischen Bevölkerung waren jedoch kompliziert: Mit den Aleuten gelang es, einen Friedensvertrag zu schließen, aber die kriegerischen Tlingiten griffen selten auf Diplomatie zurück und überfielen 1802 Sitka, wobei sie die Festung niederbrannten. Von 80 Personen überlebte nur einer, der Baranow von der Tragödie berichtete. Alexander Andrejewitsch blieb nicht untätig und rächte sich hart für die gefallenen russischen Siedler, woraufhin die Indianer verstummten. Einige Jahre später schenkten die Tlingiten Baranow zur Versöhnung einen goldenen Helm.
In der Zwischenzeit brodelte die Arbeit an der Küste Alaskas: Wohnhäuser, Schulen und Lazarette wurden gebaut, eine Werft wurde errichtet, die erstmals im Norden Amerikas ein Zentrum für den Schiffbau schuf. Später wurden Lieferungen von wertvollen Pelzen der Kalane (Seekühe) nach Russland organisiert. Doch Neider schliefen nicht: Eines Tages wurde Baranow des Diebstahls von Kalanspelzen beschuldigt. Die Ladung wurde direkt vor den Augen des Staatsanwalts nachgezählt, in der Erwartung eines Fehlbestands, aber die Summe war um 3 Millionen Rubel höher.
Die Stadt, die Baranow gegründet hatte, wurde bald in Nowoarchangelsk umbenannt. Alexander Andrejewitsch verwandelte die Hauptstadt Alaskas nicht nur in einen entwickelten Wohnort, sondern auch in ein kulturelles Zentrum der Region. Hier fanden gesellschaftliche Abende statt, ein Theater und eine Bibliothek waren aktiv. Nowoarchangelsk wurde als "Paris des Pazifiks" bezeichnet. Baranow bat fast 20 Jahre nach der Erschließung Alaskas um seine Entlassung. 1818 reiste er nach Russland, erreichte jedoch nicht mehr seine Heimat; am 16. April 1819 starb er in der Nähe der Insel Java.
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