Im Jahr 1999 erhielt der Rostower Kreml von der Regierung das Herrenhaus der Kaufleute Kekins, die es von den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts bis zur Revolution besaßen. Von diesem Moment an begann die Geschichte des Kaufmannsmuseums.
Das Gebäude wurde von Ende des 18. bis Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet, erweitert und umgebaut. Nach der Verstaatlichung im Jahr 1917 wurde hier ein landwirtschaftliches Technikum untergebracht.
Das dem Museum übergebene Herrenhaus benötigte Renovierungen und Restaurierungen, für die das Kulturministerium Mittel bereitstellte. Die Arbeiten dauerten acht Jahre. Während dieser Zeit entwickelte der Wissenschaftsrat der Einrichtung das Konzept des Museums, bereitete thematische Pläne und Ausstellungen vor. Das Museum wurde am 29. August 2008, am Tag des 125-jährigen Jubiläums des Rostower Kremls, eröffnet.
Im Museum gibt es eine ständige Ausstellung "Kekins. Familie, Schicksal, Erbe", die die Besucher mit der Geschichte des Kaufmannswesens der Stadt und der Herkunft der Familien dieses Standes vertraut macht. Die mit Liebe und Wissen ausgewählten Exponate zeigen, wie der Handel betrieben wurde und das gesellschaftliche Leben in jenen Zeiten verlief, sowie das geistige Leben der Kaufleute. Im Haus der Kekins, im repräsentativen Flur, sind Radierungen und Pläne von Rostow aus dem 19. Jahrhundert, Fotografien und Porträts bekannter Kaufleute ausgestellt. Im Arbeitszimmer des Hausherrn kann man Exponate sehen, die die Wohltätigkeitsarbeit von Alexei Leontjewitsch Kekin widerspiegeln, und sein Testament einsehen.
Die Mitarbeiter des Museums engagieren sich aktiv in der wissenschaftlichen und aufklärerischen Arbeit, indem sie verschiedene Formen von Führungen organisieren, einschließlich theatralischer. Es werden Abende veranstaltet, die dem alten Haus gewidmet sind, wo ein altes Klavier erklingt und am Ende Teestunden mit hausgemachten Backwaren stattfinden, wie es in Kaufmannszeiten der Fall war.
Alexei Leontjewitsch Kekin war nicht nur Kaufmann, sondern auch Mäzen, der viel für die Stadt getan hat. Mit seinen Mitteln wurde eine Flachsfabrik gebaut, um den Einheimischen Arbeit zu bieten. Er trug auch zur Wiederherstellung des zerfallenden Kremls und zur Entwicklung der Wasserversorgungsnetze in der Stadt bei. Sein Vermögen hinterließ Kekin seiner Heimatstadt unter der Bedingung, dass eine Gymnasium gebaut wird, das bis heute besteht. Viele Städte beneideten Rostow um eine solche Bildungseinrichtung.
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