Das Gebäude befindet sich an der Kreuzung mit der Proletarischen Straße und ist von der roten Linie der Freiheitstraße entfernt. Es wurde in den 1870er Jahren erbaut und zu Beginn des 20. Jahrhunderts umgebaut. Die Hauptfassade ist zur Freiheitstraße ausgerichtet, ist aber derzeit durch einen Zaun davon getrennt.
Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts befand sich hier die Zemstvo-Verwaltung. Diese Exekutivorgane des Zemstvos wurden gemäß der "Verordnung über die gubernialen und ujezdlichen Zemstvo-Einrichtungen" von 1864 geschaffen. Sie beschäftigten sich mit wirtschaftlichen Fragen von lokaler Bedeutung, der Organisation von Zemstvo-Schulen und -Krankenhäusern, der Instandhaltung lokaler Straßen, der Zemstvo-Post, der Lebensmittelangelegenheiten und der Bodenfinanzierung. Die Verwaltung bestand aus einem Vorsitzenden und mehreren Mitgliedern, die für drei Jahre gewählt wurden, und arbeitete ständig, was es den Mitgliedern ermöglichte, ein Gehalt zu beziehen. In Borisoglebsk waren in verschiedenen Jahren die Vorsitzenden der Zemstvo-Verwaltung der ujezdliche Vorsteher des Adels D.V. Sadomzev (1866), der Staatsrat M.M. Filippov (1876), der Hofrat V.V. Izmailov (1903), der im Ruhestand befindliche Stabs-Kapitän N.A. Gusev (1914). Zu den Mitgliedern der Verwaltung gehörten der Kollegialassessor L.M. Kondyrev (1869-80 und 1886-1906), der erblich ehrenhafte Bürger A.I. Khrennikov (1876), der Hofrat V.A. Kolobov (1886), der Kollegialsekretär I.M. Vydrin (1866), der staatliche Bauer E.P. Zhogolov (1866), der Staatsrat M.M. Filippov (1903), der Bauer I.A. Romanov (1903), der Ingenieur G.A. Kolobov (1914), der Bürger I.L. Dolgov (1914) und andere.
Das Zemstvo-Haus diente als Ort für verschiedene Besprechungen und Versammlungen der Zemstvo-Lehrer sowie für Sitzungen der Borisoglebsker medizinischen Gesellschaft. Während des Ersten Weltkriegs befand sich hier ein Lazarett für verwundete Soldaten.
Das Gebäude ist zweigeschossig, aus Ziegeln und hat eine U-Form. Die seitlichen Teile, die in den Innenhof ragen, sind durch Risalite an der Hauptfassade akzentuiert. Die einachsigen Abschnitte der Risalite sind hervorgehoben und mit Giebeln abgeschlossen. Die Fassaden sind durch Lisenen und ein Zwischenstockwerk mit Trockenbroten gegliedert. Die Fenster im Erdgeschoss sind rechteckig, im zweiten Stock mit einem Bogensturz und mit Sandriken abgeschlossen. Die innere Planung ist flurartig.
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