In der vorrevolutionären Zeit gab es in Penza nur wenige Bildungseinrichtungen mit humanistischem Schwerpunkt, und technische Schulen wurden oft bevorzugt. Eine der angesehensten war die Vermessungsschule, die sich in der Wolodarskogo-Straße 6 befand.
Sie nahm 1875 ihre Arbeit auf, und anfangs dauerte die Ausbildung nur zwei Jahre. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde hier nur ein Studiengang angeboten, der des Vermessungstechnikers. Dennoch war die Schule eine der liberalsten in Penza und nahm Studenten aus allen Gesellschaftsschichten auf, sofern sie ein Grundschulzeugnis hatten. Am häufigsten strebten Abkömmlinge aus Bauern- und Bürgerfamilien an, hier zu studieren. Das Lehrprogramm umfasste vor allem technische Fächer, aber auch Geodäsie, Kartografie, Bodenkunde und Technisches Zeichnen wurden unterrichtet. Die Studenten mussten einmal im Jahr ein Praktikum absolvieren. Im Sommer reisten sie nach Ramzai, wo sie den Einheimischen halfen, Geländekarten zu erstellen und Vermessungsarbeiten durchzuführen. Manchmal führten die Schüler ernsthafte Aufträge von der Stadtverwaltung aus. Zum Beispiel führten sie 1881 eine kartografische Erhebung von Penza durch, auf deren Grundlage später eine Verordnung zur Regelung des Straßenverkehrs erlassen wurde.
Jährlich schloss die Vermessungsschule 30 Fachkräfte ab. Der Beruf des Vermessungstechnikers galt als gut bezahlt. Zu seiner Zeit schloss auch Breschnew die Vermessungsschule ab und begann seine Karriere genau in diesem Bereich.
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