Im Jahr 1813, während der erbitterten Völkerschlacht bei Leipzig, wurde ein französisches Regiment von Raketen angegriffen, die von den Engländern abgefeuert wurden. Dieser Artilleriebeschuss hinterließ einen so starken Eindruck auf die Soldaten, dass viele von ihnen massenhaft kapitulierten. Auch Alexander I. war von dem Gesehenen betroffen und beauftragte nach seiner Rückkehr nach Russland die Entwicklung einer ähnlichen Waffe. Die Aufgabe übernahm der erfahrene Ingenieur und Veteran der Napoleonischen Kriege Alexander Zasyadko.
Obwohl die Engländer die Technologie des Raketenstarts aus Indien übernommen hatten, musste Zasyadko selbst einen Weg entwickeln, um Geschosse auf große Entfernungen abzufeuern. Er erkannte, dass Kampfraketen auf den Prinzipien von Feuerwerken basieren, und verbesserte deren Konstruktion erheblich, indem er Brand- und Granatenraketen schuf. Die Tests, die in der Nähe von Mogiljow durchgeführt wurden, übertrafen alle Erwartungen: Es wurden drei Kisten Raketen verschossen, die alle Ziele in einer Entfernung von bis zu 6 km zerstörten. Bald wurden die Raketen in die Armee eingeführt.
Ihr erster Kampfeinsatz fand während des Russisch-Türkischen Krieges von 1828 und 1829 statt. Bei der Belagerung von Braila wurden mehrere Dutzend Raketen auf den Feind abgefeuert, was einen überwältigenden Effekt auf die Türken hatte und zur schnellen Kapitulation der Festung führte. Alexander Dmitrievich verbesserte auch die Taktik der Raketeneinheiten, indem er eine einfache, aber effektive Abschussvorrichtung schuf, die Raketen nacheinander abfeuern konnte. Dieses Gerät wurde zum Vorläufer der „Katyusha“. Die Effektivität des Salvenfeuers wurde im Kampf um Varna demonstriert.
Später wurden Raketen auch auf Schiffen eingesetzt, insbesondere bei der Donauflotte, die damit zwei türkische Kanonenboote verbrannte. Raketen wurden auch in begrenztem Umfang im Krimkrieg eingesetzt, aber Zasyadko erlebte dies nicht mehr, da er 1837 im Alter von 57 Jahren starb. So lagen die Erfindungen des russischen Ingenieurs weit vor ihrer Zeit.
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