Bis zur Einführung von Autos und Eisenbahnen war das Hauptverkehrsmittel das Pferd. Ein gutes Pferd galt als Symbol für hohen Status in der Gesellschaft. Die Stadtbewohner fuhren normalerweise mit edlen Rennpferden zum Jahrmarktplatz, wo sich heute der Bahnhof Penza-I befindet.
Im 18. Jahrhundert war an dieser Stelle ein riesiges Brachland, das sich fast bis zum modernen Busbahnhof erstreckte. Der Jahrmarktplatz entstand als Teil des Niederen Handels. Pferde wurden hier nur zweimal im Jahr verkauft, im Winter und im Sommer. Die Hauptverkäufer waren Tataren, die ganze Herden nach Penza brachten. Während der Verkaufsaktionen kamen Dutzende von Militärmechanikern und Offizieren, die Pferde für ihre Regimenter kauften. Im Sommer 1825 suchte auch der junge Leutnant Ivan Annenkov nach Rennpferden. Keiner der Verkäufer konnte ahnen, dass neben ihnen eine zukünftige Berühmtheit der russischen Geschichte stand. Im Dezember 1825 weigerte sich ein Teil der Regimenter, dem neuen Kaiser Nikolai I. die Treue zu schwören, und Annenkov spielte eine aktive Rolle im Aufstand der Dekabristen. Doch der Aufstand scheiterte, und das Gericht verurteilte ihn zu 20 Jahren Zwangsarbeit.
Übrigens lernte der Leutnant in Penza die Modedesignerin Polina Göbl kennen. Sie war in ihn verliebt und folgte Annenkov zu den Nerchinskischen Minen. So entstand der Begriff "Frau des Dekabristen".
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