Im Sommer 1896 begann in Jaroslawl die Reparatur der Moskauer Autobahn, die den Abbruch des alten Trakts, Erdarbeiten und den Einbau einer neuen Fahrbahn umfasste. Doch die Arbeiten mussten unterbrochen werden, als die Arbeiter riesige Knochen entdeckten. Dies wurde der Leitung gemeldet, und bald erreichte die Nachricht die Wissenschaftler. Die eingetroffenen Paläontologen stellten fest, dass es sich um die Überreste eines Mammuts handelte. Das Skelett befand sich in einer Tiefe von 4,5 Metern. Die Extraktion des alten Riesen für Forschungen im Institut stellte sich als schwierige Aufgabe heraus, da die Knochen zerbrechlich waren und zerfallen konnten.
Eine Lösung schlug die junge Paläontologin Maria Wasiljewna Pawlowa vor, die die Arbeiten leitete. Die Wissenschaftler führten zusätzliche Ausgrabungen durch und fanden noch mehrere Überreste. Die Knochen wurden mit einer Lösung aus Tischlerleim getränkt, und an besonders zerbrechlichen Stellen wurde Zement hinzugefügt. Die massiven Stoßzähne wurden mit Glycerin und Paraffin behandelt.
Der Prozess war arbeitsintensiv und zog sich hin. Pawlowa befürchtete, dass die Knochen als Souvenirs zerlegt werden könnten, und forderte daher, eine nächtliche Polizeipatrouille aufzustellen. Dies führte jedoch zu einem Missgeschick: Einer der Polizisten, gelangweilt, schlug mit seinem Stiefel auf einen Stoßzahn und beschädigte dessen emaillierte Hülle.
Bis zum Herbst 1896 waren die Ausgrabungen abgeschlossen. Maria Wasiljewna stellte fest, dass die Überreste zwei erwachsenen Mammuts gehörten. Eines war wahrscheinlich ertrunken, als es unter das Eis fiel, während das andere hierher durch das Schmelzen des Gletschers gebracht wurde. Nach der Bearbeitung wurden die Knochen in das geologische Museum der Moskauer Universität transportiert, wo sie zu einem wertvollen Exponat wurden.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste.
Um einen Kommentar zu hinterlassen, mit Google anmelden.