Der junge Ingenieur Jewgeni Jakovlew, der die Prüfungen an der Marineakademie nicht bestanden hatte, erregte nur Spott mit seinen Eigenheiten. Seine Tage verbrachte er in der Werkstatt, wo er, ganz mit Öl beschmiert und nach Benzin riechend, an Erfindungen arbeitete und mit Teilen durch den Hof rannte. Fast fünf Jahre lang arbeitete er, und viele hatten bereits aufgegeben, doch 1889 stellte er den russischen Verbrennungsmotor vor.
Jakovlews Erfindung bestand erfolgreich die Tests, und sogar Mendelejew zeigte Interesse daran, indem er den Motor in seinem Labor aufstellte. 1891 erhielt Jakovlew 20 Bestellungen für Motoren, und seine Werkstatt wurde zu klein für solche umfangreichen Arbeiten. Daher beschloss er, eine eigene Fabrik zu eröffnen, wobei er nur russische Materialien verwendete, trotz der zusätzlichen Kosten. "Der erste Russe, also russisch und der beste!", so dachte Jakovlew, und seine Motoren, die in Moskau, Petersburg und Baranowitschi ausgestellt wurden, belegten stets die vorderen Plätze. Die Nachfrage war groß, und Bestellungen kamen sogar aus dem Ausland. Doch Jakovlew verkaufte Motoren ins Ausland nicht so sehr aus Profitgier, sondern aus Stolz auf Russland.
1893 wurden Jakovlews Motoren zur Weltausstellung in Chicago geschickt, wo sie bronzene Medaillen erhielten. Dort lernte er Peter Freze kennen, den Besitzer einer Wagenfabrik in Petersburg, und sie entflammten für die Idee, das erste russische Auto zu schaffen. Dafür benötigten sie drei Jahre: Jakovlew verbesserte den Motor und das Getriebe, während Freze sich um das Fahrwerk, die Lenkung und die Karosserie kümmerte. Im Mai 1896 bestand das Auto erfolgreich die Tests und zeigte gute Eigenschaften: Gewicht etwa 300 kg, Geschwindigkeit bis zu 20 km/h und eine Treibstoffreserve für 10 Stunden Fahrt.
Leider hatte Jakovlew nicht die Gelegenheit, das Auto weiter zu verbessern. Wegen einer schweren Krankheit war er ans Bett gefesselt und starb im Alter von 41 Jahren in Petersburg.
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