Kaufmann Nikolai Wtorow wurde für seinen Geschäftssinn, seine Energie und sein Geschick im Umgang mit Geschäften als siberischer Amerikaner und russischer "Morgan" bezeichnet. Er gründete zahlreiche große und erfolgreiche Unternehmen, die einen bedeutenden Beitrag zur industriellen Entwicklung der Sowjetunion leisteten. Nikolai Alexandrowitsch begann als einfacher Kommissionär im Geschäft seines Vaters. Schon in jungen Jahren zeigte er Talent, indem er profitable Geschäfte abschloss, und im Jahr 1900 begann er auf Anweisung seines Vaters mit dem Goldabbau in Tomsk. Nach dem Tod seines Vaters erbte Wtorow 3 Millionen Rubel sowie Geschäfte, Läden und Wirtshäuser.
Doch Nikolai Alexandrowitsch lebte nicht nur von dem Geld seines Vaters. Er begann, sein eigenes Geschäft zu entwickeln, indem er in die Industrie investierte und beeindruckende Erfolge erzielte. Wtorow gilt als einer der Gründer der chemischen Industrie in Russland. Lange Zeit wurden Farben und Lackmaterialien aus Deutschland importiert, aber während des Ersten Weltkriegs entstand die Notwendigkeit zur Importsubstitution. Damals organisierte Wtorow das Unternehmen "Russko-Krask", und 1915 wurde in der Provinz Charkow ein Werk für "Koksbenzol" gebaut. In der Sowjetzeit wurden diese Werke zusammengelegt, und der chemische Kombinat versorgte die gesamte UdSSR und die Länder des RGW mit Produkten. Gleichzeitig gab es in Russland Engpässe bei der Lieferung von Granaten an die Front, und Wtorow löste dieses Problem, indem er eine Militärfabrik in der Nähe von Luzhniki baute, die bis zu 30.000 Granaten pro Tag produzierte. Übrigens wurden die berühmten Budjonowkas ebenfalls in den Betrieben von Nikolai Alexandrowitsch genäht.
Das letzte große Projekt, das Wtorow abschloss, war 1917. In der Nähe von Moskau wurde ein Werk "zur Herstellung spezieller Hochleistungsstähle" gebaut, das zur Stadtentwicklung beitrug, und heute befindet sich an diesem Ort die Stadt Elektrostal. Zusammen mit dem Kaufmann Rjabuschinski gründete Wtorow das Automobilwerk AMO, das heute als ZIL bekannt ist. Nikolai Wtorow starb unter mysteriösen Umständen: Er wurde am 20. Mai 1918 direkt in seinem Arbeitszimmer erschossen. Es gab Gerüchte, dass dies sein Adoptivsohn getan hatte, dem Wtorow die Auszahlung einer großen Geldsumme verweigert hatte.
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