Königin der Musen und Schönheit, du hältst sanft den magischen Zepter der Inspiration in deinen Händen. Über deiner nachdenklichen Stirn, gekrönt mit einem doppelten Kranz, schwebt und lodert der Genius.
Die Fürstin Zinaida Alexandrowna Wolkonskaja, geborene Fürstin Belosselskaja, wurde am 3. Dezember 1789 in Dresden geboren und starb am 24. Januar 1862 in Rom. Sie war die Gastgeberin eines literarischen Salons, Schriftstellerin, Dichterin, Sängerin und Komponistin und hinterließ einen bedeutenden Eindruck im kulturellen Leben Russlands in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Müde von der Gesellschaft, zog sich Wolkonskaja nach einer kurzen Reise nach Italien im Jahr 1822 von der Gesellschaft und dem Hof zurück und widmete sich der Erziehung ihres Sohnes sowie dem Studium der russischen Sprache, Geschichte, Ethnographie und Archäologie Russlands. Ihre wissenschaftlichen Arbeiten fanden im höheren Gesellschaftskreis der Hauptstadt keine Unterstützung, weshalb sie Ende 1824 nach Moskau in das Haus ihrer Stiefmutter in der Tverskaja-Straße zog. Dieses Haus wurde bald zum Zentrum des intellektuellen und künstlerischen Lebens Moskaus, bekannt als „Griboedov-Salon“. Das Haus Wolkonskajas, obwohl umgebaut, ist bis heute als „Jelissejewski-Laden“ bekannt. Ihre Schönheit, Intelligenz, Bildung, die wunderbare Altstimme und das besondere Talent, Menschen anzuziehen, versammelten nicht nur die Moskauer Aristokratie, sondern auch Professoren, Künstler und Musiker zu ihren musikalisch-literarischen Abenden und Theateraufführungen.
Im Jahr 1825 wurde Wolkonskaja Mitglied der Moskauer Gesellschaft für Geschichte und Altertümer Russlands und spendete ihre Bibliothek der Moskauer Gesellschaft der Naturforscher.
Ihr Salon wurde von vielen bekannten Schriftstellern besucht, darunter Puschkin, Baratynski, Mickiewicz, Venewitin und De Witt. P. A. Wjasemskij beschrieb in einem Brief an A. I. Turgenev ihren Salon als „zauberhaftes Schloss der musikalischen Fee“, wo „Gedanken, Gefühle, Gespräche, Bewegungen, alles war Gesang“. Die besten Dichter widmeten ihr ihre Werke. Sie schrieb auch auf Russisch, Französisch und Italienisch. Puschkin nannte sie „Königin der Musen und Schönheit“, und sie wurde auch als „Nordische Korinna“ bezeichnet.
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