Das kleine zweigeschossige Gebäude aus rotem Ziegel befindet sich am Anfang der Lenin-Sloboda-Straße. Es ist vor neugierigen Blicken im Schatten der Bäume verborgen, und um es besser zu betrachten, sollte man näher herantreten. Sofort fällt der ausdrucksstarke dekorative Giebel, die Schlusssteine der Fenster und die großen Elemente des Gesimses ins Auge.
Die Architektur des Gebäudes versetzt uns in die Anfangsjahre des 20. Jahrhunderts, als dieses Haus erbaut wurde. Seine Geschichte verdient besondere Aufmerksamkeit. Seit 1915 diente das Gebäude als Bahnhof der Eisenbahnstation Lizino, die Teil der Lizino-Linie war. Die Güterstation Lizino entstand als Antwort auf die aktive Entwicklung der Industrie in der Simonov-Sloboda (heute Danilowski Bezirk). Sie spielte eine wichtige Rolle in der Entwicklung der Stadt, indem sie zwei große Moskauer Fabriken bediente: Dynamo und ZIL.
Die Architektur des Bahnhofs Lizino erinnert an die Personenbahnhöfe des kleinen Rings von Moskau, die zwischen 1903 und 1908 von dem Architekten A.N. Pomeranzev erbaut wurden. In den dekorativen Elementen kann man Ähnlichkeiten mit dem Gebäude der Starozhilovsky-Pferdezuchtanstalt erkennen, das Ende des 19. Jahrhunderts nach einem Entwurf von F.O. Schechtel errichtet wurde. Es ist jedoch schwierig, die genaue Urheberschaft dieses Bauwerks heute festzustellen.
Interessant ist die Geschichte des Namens der Station. Zu jener Zeit gab es in der Sloboda neben der Eisenbahn den Lizino-Platz, die Lizino-Gasse und den Lizino-Teich. Dieser Teich, der sich in der Nähe des Bahnhofs befand, wurde in dem Werk von N.M. Karamzin „Die arme Liza“ erwähnt. Die Popularität dieser Geschichte machte den Simonov-Teich zu einem Wallfahrtsort romantischer Damen, die von überall aus der Stadt hierher kamen. Bald erhielten der Teich, die angrenzenden Straßen und das Bahnhofsgebäude den neuen Namen Lizino. 1957 wurde die Station Lizino wegen Unnötigkeit geschlossen. Heute befindet sich in dem historischen Gebäude eine Frauenberatungsstelle des Bezirks. Nebenan steht ein weiteres Gebäude des alten Eisenbahnknotens, in dem sich jetzt eine Notarztstation befindet.
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