Der Tolbuchin-Leuchtturm, gegründet im Jahr 1719 auf Befehl von Peter dem Großen, ist einer der ältesten an der Ostsee und in Russland. Ursprünglich hieß er Kotlinsky, erhielt aber später seinen Namen zu Ehren des Oberst Fjodor Semjonowitsch Tolbuchin, der 1705 erfolgreich eine schwedische Landung an der Kotlin-Halbinsel abwehrte. Tolbuchin spielte eine bedeutende Rolle in der Geschichte Russlands, indem er Kommandant der Garnison auf der Insel Kotlin war und den Bau des Leuchtturms förderte.
Peter der Große entwarf persönlich den Entwurf des Leuchtturms und übergab ihn Kapitän Lein. Der Bau eines Steinturms erforderte jedoch erhebliche Ressourcen und qualifizierte Steinmetze, die im Hafen von Kronstadt nicht verfügbar waren. Daher wurde beschlossen, einen vorübergehenden Holzleuchtturm zu errichten und Materialien für den Steinturm zu beschaffen.
Der ursprüngliche Leuchtturm erfüllte die Erwartungen der Seefahrer aufgrund der schwachen Sichtbarkeit der Lichter nicht. 1723 wurde er auf Beleuchtung mit Hanföl umgestellt, was die Situation jedoch nicht verbesserte. Daher wurde beschlossen, Holz und Kohle zu verwenden, wie beim Gotland-Leuchtturm.
Am 2. April 1736 beauftragte die Admiralität den Architekten Iwan Korobow mit dem Bau eines neuen Steinturms. Korobow schlug vor, zunächst einen Holzleuchtturm zu errichten, um sich auf den Bau des Steinturms vorzubereiten. 1739 konnte nur das Fundament gelegt werden, da die Arbeiten durch Überflutungen der Halbinsel erschwert wurden. 1744 zerstörte ein Feuer die Dienstgebäude und die Brennstoffvorräte, was zu neuen Entscheidungen über den Bau des Steinturms führte.
Erst 1810, fast ein Jahrhundert später, wurde der Bau des Steinturms abgeschlossen. Leontij Wassiljewitsch Spafarjew, der Direktor der Leuchttürme, spielte eine Schlüsselrolle in diesem Prozess. 1809 begann der Bau des Steintolbuchin-Leuchtturms, und bis September 1810 wurden der Ziegelstein-Turm, das Granitfundament, das Wachhaus und die Badeanstalt errichtet. Auf dem Turm wurde eine metallene Laterne mit 40 Öllampen und 24 Reflektoren installiert, was die Sichtbarkeit erheblich verbesserte. Nebenan wurde ein steinernes Wohnhaus errichtet, das durch eine Galerie mit dem Turm verbunden war.
Am 22. September 1810 nahm der Steinturm seinen Betrieb auf und verwirklichte den Traum von Peter dem Großen und seinen Gefährten. Heute bleibt der Leuchtturm ein wichtiger Navigationspunkt, insbesondere nach der Restaurierung im Jahr 2018, als seine Ausrüstung gemäß den modernen Anforderungen aktualisiert wurde. Das äußere Erscheinungsbild des Leuchtturms hat sich seit 1810 praktisch nicht verändert.
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