In der Geschichte der Entdeckung und Erschließung entlegener Winkel Nordamerikas tauchen viele bekannte russische Namen auf, wie Zagoskine, Baranow, Schelichow, Resanow, Maksutow und andere. Doch einige Forscher bleiben im Schatten, trotz ihres bedeutenden Beitrags zur Erschließung Alaskas durch die Russen. Einer dieser Menschen war Timofej Nikititsch Tarakanow, dessen Leben die Grundlage für einen Abenteuerroman bilden könnte.
Tarakanow wurde in der Gouvernementsregion Kursk geboren und war ein Leibeigener des Gutsbesitzers Pereverzev, der ihn zur Arbeit in die Russisch-Amerikanische Kompanie schickte. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war er zusammen mit anderen Siedlern mit dem Bau von Siedlungen auf den Aleuten beschäftigt und nahm oft an weitreichenden Expeditionen teil. Eine dieser Expeditionen endete mit einem Überfall von Indianern, bei dem Tarakanow verwundet und zusammen mit seinen Kameraden gefangen genommen wurde.
Es ist erwähnenswert, dass der Stamm der Kwileuten die Russen nicht wie Sklaven behandelte. Darüber hinaus half Tarakanow aus eigener Initiative bei der Hauswirtschaft: Er schmiedete eiserne Nägel zu Hufeisen um, lehrte sie, Fässer zu machen, und baute eine Feuerwehrratte zur Signalgebung bei Notfällen. Besonders beeindruckte die Indianer sein Geschick im Umgang mit der Axt, denn niemand von ihnen konnte so geschickt Holz hacken. Außerdem galt er als ausgezeichneter Jäger. Als die Zeit der Befreiung kam, überredeten die Kwileuten Tarakanow, zu bleiben, und versprachen, ihm eine Frau unter den einheimischen Mädchen zu finden.
Dennoch entschied sich Timofej Nikititsch, zu seinen Leuten zurückzukehren. Später erkundete er die Küsten Kaliforniens und Oregons und landete dann auf Hawaii, das bereits von Russen erschlossen wurde. Der einheimische König behandelte die "blassen Gesichter" wohlwollend und schenkte Tarakanow sogar ein kleines Dorf. Lange Zeit trugen einige hawaiianische Toponyme russische Namen, zum Beispiel der Fluss Don. Was Tarakanow selbst betrifft, so begab er sich später aus beruflichen Gründen nach Ochotsk, und seine Spuren gingen für immer verloren.
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