Nach dem Tod des letzten Zaren aus der Dynastie der Rurikiden bestieg der Boyar Boris Godunow den Thron, der eine glänzende Karriere gemacht hatte und bereits zu Zeiten von Iwan dem Schrecklichen an die Macht gelangt war.
Unter seinen Besitztümern gab es zahlreiche Anwesen, darunter das Gut "Krasnoje an der Wolga" nahe Kostroma, wo die prächtige Zelt-Bogojevlenka-Kirche errichtet wurde.
Seitdem ist viel Zeit vergangen, aber dank der Aufzeichnungen in den Kirchenbüchern ist bekannt, dass der Tempel 1592 gegründet wurde. Informationen über die Bauherren und Spender sind nicht erhalten geblieben, aber anhand des architektonischen Stils kann man vermuten, dass Moskauer Baumeister daran gearbeitet haben.
Kunsthistoriker betrachten die Bogojevlenka-Kirche als ein klassisches Beispiel für die Architektur der Zeit von Boris Godunow. Der Tempel steht auf einem massiven Sockel, ist mit dekorativen Kokoschniks geschmückt und hat eine kleine Kuppel. Der Glockenturm befindet sich auf der Westseite und wurde anstelle eines Eingangs angebaut. Symmetrisch abgesenkte Grenzen erinnern an die berühmte Kirche im kaiserlichen Dorf Ostrow. Leider sind die alten Fresken im Inneren nicht erhalten geblieben, und es gibt auch keine Beschreibungen der vorrevolutionären Fresken, weshalb die Innenräume neu gestaltet werden mussten.
Im 19. Jahrhundert vereinte die Bogojevlenka-Gemeinde Vertreter verschiedener Stände. Adelige und wohlhabende Menschen spendeten großzügig für den Unterhalt des Tempels. Ende des 19. Jahrhunderts wurde mit Mitteln der Gläubigen in der Nähe die Kirche von Peter und Paul erbaut und ein Denkmal für Kaiser Alexander II. errichtet.
Nach dem Machtantritt der Bolschewiki wurden beide Kirchen geschlossen, das Denkmal für den Zaren abgerissen und die Peter-Pauls-Kirche gesprengt. Der alte Friedhof ist ebenfalls nicht erhalten geblieben, da er von der sowjetischen Macht zerstört wurde.
In den 1990er Jahren wurde die Bogojevlenka-Kirche der Orthodoxen Kirche zurückgegeben. Nach einer umfassenden Restaurierung erhielt sie einen neuen Ikonostase.
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