Formel 1 gilt heute als eines der prestigeträchtigsten Rennen der Welt, und 2011 belegte der russische Fahrer Witali Petrow den dritten Platz beim Großen Preis von Australien. Doch russische Sportler erzielten auch vor der Revolution respektable Ergebnisse. Besonders hervorstach der Fahrer Wasilij Soldatjonkov.
Sein Name tauchte erstmals 1902 in den Zeitungen auf, als in Petersburg ein Rennen über die Strecke Strelna-Gatschina-Strelna stattfand. Debüt von Soldatjonkov war unglücklich: Sein Dampfauto Gardner-Serpollet blieb mitten auf der Strecke stehen, und Wasilij musste das Rennen abbrechen. Aber das brach ihn nicht, und bald nahm er erneut an Wettkämpfen teil und stellte einen russischen Rekord auf. Mit dem Auto Richard-Brasier 40 überwand Soldatjonkov die Meile auf der Wolchonker Straße in 36 Sekunden und wurde der erste russische Fahrer, der über 100 km/h beschleunigte.
Später beschloss Wasilij, seine Karriere im Ausland fortzusetzen, wo die prestigeträchtigsten Grand Prix in Italien stattfanden. Niemand erwartete Erfolg von dem wenig bekannten Debütanten, den selbst in Russland nur wenige kannten. Doch Soldatjonkov überraschte alle, indem er 5 Kilometer in 2 Minuten und 10 Sekunden zurücklegte. Er schnitt auch bei den Targa Florio-Wettbewerben auf Sizilien hervorragend ab, wo ein Rennen von fast 450 Kilometern bevorstand. Obwohl er keine Goldmedaille erringen konnte, belegte er den dritten Platz, was einen Triumph für den russischen Motorsport darstellte.
Sein wichtigstes Achievement betrachtete Soldatjonkov jedoch anders: 1912 stellte er einen neuen Rekord für Russland auf, indem er auf 146 km/h beschleunigte. Wasilij war als Raser bekannt, was Fürst Felix Jusupow erinnerte, den Soldatjonkov einmal mitnahm: "Er raste mit wahnsinniger Geschwindigkeit. Als ich ihn bat, langsamer zu fahren, lachte er und gab Gas." Wie sich Wasilijs Karriere in Russland entwickelt hätte, bleibt unbekannt, da er nach der Revolution nach Italien emigrierte, wo er bis zu seinem Tod im Jahr 1944 lebte.
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