Im Jahr 2015 entdeckten Spezialisten während einer technischen Inspektion der Kirche Saint-Vivien im französischen Städtchen Pons unerwartet mysteriöse Buchstaben. Nach eingehender Untersuchung stellte sich heraus, dass es sich um einen Satz in alter russischer Sprache handelt: "Iwan schrieb Sawidowitsch, auf dem Weg zu heiligen Jakob." Die Inschrift, datiert auf das 12. Jahrhundert, befindet sich an der Nordseite der romanischen Fassade der Kirche, in der vierten Reihe von unten im Mauerwerk des Stützmauer, in einer Höhe von 83 cm über dem heutigen Boden. Dies deutet darauf hin, dass Iwan Sawidowitsch sie entweder stark gebeugt oder kniend schrieb.
Historiker versuchten herauszufinden, wer Iwan Sawidowitsch gewesen sein könnte. Obwohl die genaue Identität nicht festgestellt werden konnte, zeigten Forschungen zu Birkenrindenurkunden und Chroniken, dass der Name Sawid unter dem novgorodischen Adel populär war. Wie kam Iwan also im 12. Jahrhundert an diesen Ort? Die Kirche liegt auf dem Weg einer bekannten Pilgerroute zur Kathedrale des heiligen Jakob in Santiago de Compostela. Jakob wird sowohl von Katholiken als auch von Orthodoxen verehrt. Möglicherweise hielt ein Bewohner von Nowgorod hier an, um zu übernachten oder zu essen, und beschloss, seine Inschrift zu hinterlassen. Im Grunde kann man das mit dem Satz "Hier war Wassja" vergleichen.
Wahrscheinlich war Iwan Sawidowitsch nicht der einzige russische Pilger in Westeuropa zu dieser Zeit. Es gab wahrscheinlich viele. Doch dank seines "Vandalismus" blieb in der Geschichte nur sein Name erhalten. Es stellt sich die Frage: Warum wurde die Inschrift erst 800 Jahre später entdeckt? In dieser Zeit wurde die Kirche mehrfach renoviert, und Schichten von Kalk und Ocker verdeckten die Inschrift vor den Augen.
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