Unter den Autos verschiedener Marken gelten oft ausländische Modelle als Maßstab, insbesondere in Bezug auf das Design. Doch auch einheimische Fahrzeuge könnten nicht schlechter sein, wenn talentierte Designer im Land geblieben wären. Doch das Schicksal entschied anders. Heute sprechen wir über den russischen Designer und Emigranten Alexei Wladimirowitsch Sakhnowski. Er wurde 1901 in eine wohlhabende Familie geboren (sein Vater war Finanzberater von Nikolaus II.) und interessierte sich schon in der Kindheit für Technik. Nach der Niederlage von Wrangel verließ Sakhnowski, wie viele andere Flüchtlinge, Russland und ließ sich in Belgien nieder, wo er die Kunst- und Handwerksschule abschloss.
In Brüssel begann er bei der Firma Van Den Plas zu arbeiten, die sich mit der Herstellung von maßgeschneiderten Automobilkarosserien beschäftigte. Alexei Wladimirowitsch entwarf Projekte im für die damalige Zeit innovativen aerodynamischen Stil, und sein Erfolg übertraf alle Erwartungen. Bald erhielt er Aufträge von einflussreichen Kunden. Sakhnowski entwickelte ein offenes Jagdauto für einen Maharadscha, einen einzigartigen Stil für Rolls-Royce von Adrian Conan Doyle und eine luxuriöse Phaeton für einen belgischen Prinzen. Doch all diese Produkte waren exklusiv. Unser Landsmann verstand, dass die Zukunft in der Massenproduktion lag.
Im Laufe der Zeit begann er mit Unternehmen wie Cadillac, Fiat, Isotta Fraschini, Buick und Packard zusammenzuarbeiten. Alle seine Arbeiten zeichneten sich durch Eleganz, Anmut und unglaubliche Schönheit aus. Ende der 1920er Jahre zog Sakhnowski endgültig in die USA. Viele bekannte Firmen strebten danach, ihn als wertvollen Spezialisten zu gewinnen. Er gab vergessenen Projekten neues Leben. Zum Beispiel verkauften sich die kompakten Autos von American Austin schlecht. Sakhnowski überarbeitete ihr Design, brachte wesentliche Änderungen ein, und bald wurden diese Autos bei der Mittelschicht beliebt.
Interessanterweise arbeitete Alexei Wladimirowitsch nicht nur an zivilen Autos. Er entwarf Karosserien für Lastwagen, Busse, Tankwagen und schlug einmal ein originelles Projekt für einen Militärjeep vor, den wir heute als Willys kennen. Der große Designer verstarb 1964 in Atlanta, USA.
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