Ende des 19. Jahrhunderts konnte man am Zaretsyn-Bahnhof ein ungewöhnliches Bild beobachten. In der Warteshall versammelten sich Gruppen von Kaufleuten, die lebhaft diskutierten und stritten, und dann wandten sich einige von ihnen an ihre Bedienten und befahlen laut: "Drei Gläser Wodka!" So wurden damals Geschäfte über den Verkauf großer Fischpartien in Wolgograd abgeschlossen. Der Grund, warum sie sich am Bahnhof versammelten, lag im Fehlen einer eigenen Börse.
In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde eine Eisenbahn durch die Stadt gebaut, und das Zentrum des Fischhandels verlagerte sich von Astrachan nach Wolgograd. Die Astrachan-Kaufleute mussten sich anpassen und "Versteigerungen" direkt am Bahnhof abhalten. In Zaretsyn entstand ein Umschlagplatz, von wo aus frischer und getrockneter Fisch per Eisenbahn nach Moskau, St. Petersburg, Finnland und andere Städte verschickt wurde. Bis zum Bürgerkrieg erreichte der Umsatz des Fischmarktes 15 Millionen Rubel. In Wolgograd wurden Stör, Beluga, Störe und andere Fischarten gelagert, geräuchert, getrocknet, verarbeitet und gesalzen. Rund um diese Produktion entwickelten sich begleitende Handwerke, wie die Fassmacherei, die zahlreiche Fässer für den Transport herstellte.
Die Schaffung von Arbeitsplätzen zog Menschen aus ganz dem Wolga-Gebiet in die Stadt, was zu ihrem schnellen Reichtum beitrug. Fisch wurde Teil der täglichen Ernährung fast jedes Bewohners. Es gab so viel davon, dass im Winter damit sogar die Öfen beheizt wurden. Doch gedankenloser und raubtierhafter Fischfang war streng verboten, und das "Verwaltung für Kaspisch-Wolga Fischerei und Robbenfang" überwachte dies.
Kaviar war ebenfalls im Überfluss vorhanden. Ein Pfund (etwa 450 Gramm) kostete 1 Rubel, was nicht billig war, wenn man bedenkt, dass ein einfacher Fischer im Monat etwa 9-10 Rubel verdiente. Damals sprach man von Zaretsyn, dass es einen fisch- und ölartigen Geruch ausstrahlte, da ein erheblicher Teil der Einnahmen in den Haushalt von den Raffinerien von Nobel kam.
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