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Russischsprachige Gemeinschaft in Kanada

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Im 19. Jahrhundert war die Einwanderung aus Russland nach Kanada hauptsächlich religiös motiviert. Zu den ersten Siedlern gehörten mehrere tausend russlanddeutsche Mennoniten, die sich in den 1870er Jahren im heutigen Saskatchewan niederließen. Ende des 19. Jahrhunderts kam die nächste große Gruppe, die Doukhoboren, eine christliche Konfession, die in Russland verfolgt wurde. Ihren Umzug unterstützte finanziell L.N. Tolstoi, der das Honorar für den Roman „Auferstehung“ übergab. 1898 und 1899 ließen sich etwa 8.000 Doukhoboren in Saskatchewan nieder, mussten später jedoch nach British Columbia umziehen. Zur gleichen Zeit emigrierte eine bedeutende Anzahl von Menschen aus Polen und Finnland, die damals Teil des Russischen Reiches waren. Zum Beispiel hat die bekannte Schauspielerin Pamela Anderson finnische Wurzeln und russische Vorfahren mütterlicherseits.

Die Masseneinwanderung begann nach der Revolution von 1917 und war erzwungen. Zunächst handelte es sich um Vertreter der Intelligenz, Militärs und Adelige, die mit der Macht der Kommunisten nicht einverstanden waren. Sie gründeten die ersten russischen Gemeinden in kanadischen Städten wie Vancouver, Toronto und Montreal. Einer der herausragenden Vertreter dieser Welle war der kanadische Diplomat Georgij Pawlowitsch Ignatjew, Sohn des Grafen P.N. Ignatjew und der Fürstin Natalja Mischerskaja. Die Familie verließ Russland, als er 5 Jahre alt war. Später wurde er Botschafter Kanadas in Jugoslawien und ständiger Vertreter bei der NATO und der UNO. Die Nachkommen dieser Emigranten bewahren die russische Sprache und Kultur, meiden jedoch den Kontakt zu späteren Wellen der sowjetischen Emigration.

Der nächste Zustrom russischsprachiger Einwanderer erfolgte in den 1940er Jahren. Nach dem Krieg reisten ehemalige Kriegsgefangene nach Kanada, die eine Rückkehr in die UdSSR fürchteten, sowie diejenigen, die unter Stalin als „Volksfeinde“ galten.

In den 1970er und 80er Jahren bestand die nächste Welle der Emigration aus Dissidenten und Menschenrechtsaktivisten sowie denen, die illegal die Grenze überqueren konnten. Zum Beispiel floh 1980 während eines Umstiegs am Flughafen der sowjetische Schachmeister Igor Ivanow nach Kanada.

Geo-Punkt

Русскоязычная община в Канаде

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