Nach der Revolution von 1917 fanden sich viele herausragende Köpfe Russlands im Exil. Um Landsleuten den Zugang zu hochwertiger Hochschulbildung zu ermöglichen, gründete eine Gruppe von Professoren in Prag die Russische Volkshochschule, die im Herbst 1923 eröffnet wurde. Eine der wichtigen Aufgaben war auch, die Bewohner Tschechiens und der Slowakei mit den russischen Kulturtraditionen und der Kunst vertraut zu machen.
Die Gründer der Hochschule waren Professor P.I. Nowgorodzew, der zum Rektor gewählt wurde, M.M. Nowikow (ehemaliger Rektor der Moskauer Universität), und A.A. Kizewetter leitete den historisch-philosophischen Bereich. Aus einem kleinen Anfang entwickelte sich die Hochschule schnell zu einer bedeutenden wissenschaftlich-pädagogischen Einrichtung. 1925 wurde sie zu einem unabhängigen russisch-tschechischen Aufklärungszentrum, das von der Gesellschaft der Volkshochschule geleitet wurde und mehr als 300 Vertreter aus Wissenschaft und Öffentlichkeit vereinte. Später wurde sie in die Russische Freie Universität umbenannt.
Die wissenschaftliche Tätigkeit der Universität trug zur Gründung verschiedener wissenschaftlicher Gesellschaften und Seminare bei, wie der philosophischen Gesellschaft unter der Leitung von I.I. Lapshin, der pädagogischen Gesellschaft von A.V. Zhekulina und Seminaren zur russischen Sprache und Literatur von A.L. Bem. Auch wurde eine Verlagsarbeit etabliert.
Die Aufklärungsarbeit der Universität umfasste die Organisation von Schulen in der Provinz, die Durchführung öffentlicher Vorträge, Sprachkurse und Diskussionsabende. Die Universität veranstaltete auch Konzerte russischer Musik und literarische Treffen.
1933 wurde auf Initiative von V.F. Bulgakow ein weiteres bedeutendes Projekt, das "Russische Auslands-Museum", ins Leben gerufen. Seine offizielle Eröffnung fand 1935 statt, und das Museum begann, Materialien und Denkmäler zu sammeln, die dem Leben der russischen Emigranten gewidmet waren. K.P. Kramarz, ein Freund Russlands, stellte für die Ausstellungen das Gebäude des Schlosses Zbraslav zur Verfügung, wo 1936 eine Ausstellung von Gemälden I.E. Repins stattfand.
Zu seinem fünfzehnten Jubiläum veröffentlichte die Freie Universität eine Jubiläumsbroschüre mit einer vollständigen Beschreibung ihrer Geschichte und Abteilungen. Das Institut stellte seine Tätigkeit im März 1949 ein.
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