Im Januar 1922 erklärte der Vorsitzende des Ministerrats Nikola Pašić auf einer Sitzung der Skuptina, dass russische Emigranten im Land unabhängig von ihrer parteipolitischen Zugehörigkeit aufgenommen werden. Er betonte, dass der Staat sich nicht in ihre politischen Ansichten einmischt und bereit ist, sie wie Brüder aufzunehmen, indem er ihnen volle Freiheit gewährt.
Seit 1920 war die speziell eingerichtete Staatliche Kommission zur Regelung der russischen Flüchtlinge im Königreich für die Integration der russischen Emigranten verantwortlich. Die Idee, ein Kulturzentrum für die russische Gemeinschaft in Belgrad zu schaffen, fand Unterstützung bei König Alexander I., dem Patriarchen der Serbisch-Orthodoxen Kirche, Varnava, sowie bei vielen Politikern und Kulturschaffenden.
1928 wurde in Belgrad das Russische Kulturkomitee unter der Leitung des Akademikers Alexander Belić gegründet, einem Absolventen der Kaiserlichen Moskauer Universität und zukünftigen Vorsitzenden der Serbischen Königlichen Akademie der Wissenschaften. Das Komitee förderte aktiv die Schaffung eines Kulturzentrums, und die jugoslawischen Behörden stellten bedeutende Mittel für russische Kulturorganisationen zur Verfügung.
Am 22. Juni 1931 wurde das Russische Haus zu Ehren von Kaiser Nikolaus II. gegründet und am 9. April 1933 feierlich eröffnet. Es ist das älteste ausländische Kulturzentrum in der Hauptstadt Jugoslawiens und das älteste Haus der russischen Kultur in Europa. In das Fundament des Gebäudes wurde eine Urkunde mit einer Widmung an Nikolaus II. und Dank an König Alexander eingelegt, die die russisch-jugoslawische Bruderschaft symbolisiert. Im Inneren des Gebäudes sind Platten mit Dankesworten an zwei Monarchen angebracht: an Nikolaus II. als "Schützer der Serben" und an Alexander I. als "Schützer der Russen".
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