← Zum Feed · Karte

Russische Raritäten im Ikonenmuseum in Recklinghausen

Фото 1
Beim Eintritt in Recklinghausen, einer kleinen Stadt im industriellen Ruhrgebiet, wird sofort die lokale "Hierarchie" der Sehenswürdigkeiten deutlich: Ein leuchtend gelbes Schild weist in Richtung Zentrum mit der Aufschrift "Ikonenmuseum. Kathedrale. Rathaus" genau in dieser Reihenfolge.

Auf den ersten Blick mag es seltsam erscheinen, dass das bedeutendste orthodoxe Ikonenmuseum Westeuropas genau hier ist, denn in Recklinghausen gab es nie eine orthodoxe Gemeinde oder eine große Zahl von Emigranten aus Russland, wie die Kunsthistorikerin und die Leiterin des Museums, Eva Hausstein-Barch, anmerkt.

Doch hier gab es den engagierten Direktor der örtlichen Ausstellungshalle, Franz Grosse-Perdekamp, der, wie sein Nachfolger Thomas Grochowiak, großes Interesse an der in Deutschland wenig bekannten orthodoxen Religionskunst zeigte. Bereits 1952 begann er mit der Arbeit an einer Ausstellung orthodoxer Ikonen in Recklinghausen.

Die 1955 von Grochowiak, einem Nachkommen polnischer Gastarbeiter im Ruhrgebiet, eröffnete Ausstellung trug den Titel "Ikonen aus bedeutenden Privatsammlungen und Klöstern". Die Grundlage der Ausstellung bildeten zwei der größten Privatsammlungen von Ikonen in Deutschland: die Sammlungen des hannoverschen Arztes Heinrich Wendt und des bayerischen Spezialisten für osteuropäische Geschichte, Professor Martin Winkler.

Die Ausstellung erregte großes öffentliches Interesse, und kurz nach ihrem Abschluss überzeugte der Museumsdirektor die Stadt- und Landesbehörden von der Notwendigkeit, die Privatsammlungen zu erwerben und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Exponate der Ausstellung wurden zur Grundlage der ständigen Sammlung des 1956 gegründeten Ikonenmuseums.

Seitdem ist das Museum zu einem Anziehungspunkt für deutsche Liebhaber und Sammler von Ikonen und kirchlichen Werten der orthodoxen Welt geworden. Viele von ihnen haben ihre Sammlungen dem Museum vermacht, geschenkt oder verkauft, und im Laufe der vergangenen fünfeinhalb Jahrzehnte hat sich die Sammlung in Recklinghausen auf 3000 Objekte, darunter über 1000 Ikonen, vergrößert. Die Sammlung gilt als die größte und wertvollste im Westen.

Das Ikonenmuseum in Recklinghausen wurde 1956 auf der Grundlage der Ausstellung von Ikonen aus Privatsammlungen und Klöstern, die in der Kunsthalle stattfand, gegründet. Die Mittel für den Umbau des Gebäudes und den Erwerb von Ikonen wurden vom Stadtrat Recklinghausen und der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen bereitgestellt. Die Grundlage der Museumsammlung bildeten 73 Ikonen aus den Sammlungen von Heinrich Wendt und Martin Winkler.

Im Laufe der Zeit hat sich der Bestand des Museums erweitert, und heute umfasst er mehr als 1000 Objekte, was es zu einer der größten Sammlungen dieser Art außerhalb der orthodoxen Länder macht. In der Sammlung des Museums sind russische, griechische, koptische Ikonen sowie verschiedene Kreuze und Buchminiaturen vertreten. Zu den wertvollsten Exponaten gehören die Ikonen "Dormition der Gottesmutter" aus dem 13. Jahrhundert, "Dimitri von Thessaloniki" aus dem 15. Jahrhundert und "Heiliger Nikolaus mit Lebensgeschichte" aus dem 15.-16. Jahrhundert.

Geo-Punkt

Русские раритеты в Музее икон в Реклингхаузене (Германия)

Kommentare