Sviatoslav Teofilovich Richter, bekannter russischer Pianist, wurde am 20. März 1915 (nach dem alten Stil, 7. März) in Schytomyr, im heutigen Ukraine, geboren. Sein Vater, Teofil Richter, war der Sohn eines deutschen Kolonisten, der in Russland lebte, und seine Mutter, Anna Moskaleva, stammte aus einer russischen Adelsfamilie.
Seine Kindheit und Jugend verbrachte Richter in Odessa, wo er Musik unter der Anleitung seines Vaters, der Pianist und Organist mit Wiener Ausbildung war, studierte. 1941 wurde sein Vater als deutscher Spion repressiert, und seine Mutter musste nach Deutschland emigrieren.
Von 1932 bis 1937 arbeitete Sviatoslav als Korrepetitor in der Philharmonie von Odessa und ab 1934 im Odessaer Opern- und Balletttheater. 1934 gab er sein erstes Konzert.
1937, im Alter von 22 Jahren, trat Richter in das Moskauer Konservatorium für Musik ein, wo er bei Professor Heinrich Neuhaus studierte. Er schloss das Konservatorium 1947 mit einer Goldmedaille ab.
Am 30. Dezember 1940 markierte die Aufführung des Ersten Klavierkonzerts von P.I. Tschaikowski mit dem Staatlichen Sinfonieorchester den Beginn seiner regelmäßigen Konzerttätigkeit. 1943 ging er zusammen mit der Sängerin Nina Dorliak, die seine Frau und Bühnenpartnerin wurde, auf seine erste Konzerttournee durch die UdSSR.
1945 gewann Richter den III. Allunionswettbewerb für Musiker.
1950 trat er erstmals im Ausland auf und besuchte Länder Osteuropas, und 1960 sowie 1961 trat er in den USA, Kanada und Westeuropa auf.
Richters Spiel zeichnete sich durch technische Meisterschaft, individuellen Zugang zu den Werken sowie ein Gefühl für Zeit und Stil aus.
Sein Repertoire umfasste Musik verschiedener Epochen, von Bach und Händel bis Stravinsky, Britten und Gershwin. Höchste künstlerische Erfolge erzielte er in den Werken von Haydn, Beethoven, Schubert sowie Prokofjew, der ihm seine Neunte Sonate widmete, und Schostakowitsch.
1980 schlug Richter vor, im A.S. Puschkin Museum für Bildende Kunst die "Dezemberabende" zu veranstalten, jährliche Festivals für Malerei und Musik. Auch auf seine Initiative hin wurden die Festivals "Musikalische Feste in Turen" (1964) und das Musikfestival in Tarusa (seit 1993) ins Leben gerufen, für das die Stiftung Sviatoslav Richter gegründet wurde.
Neben der Musik interessierte sich Richter für bildende Kunst und malte selbst mit Pastell. In seiner Sammlung befanden sich Werke von Künstlern wie Pablo Picasso, Oskar Kokoschka, Renato Guttuso, Wassili Schuchajew, Robert Falk, Dmitri Krasnopevtsev, Anna Trojanowskaja und anderen.
Das letzte öffentliche Konzert Richters fand im März 1995 in Deutschland statt.
Sviatoslav Richter starb am 1. August 1997 in Moskau und wurde auf dem Nowodewitschi-Friedhof beigesetzt.
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