Belyany sind einzigartige russische Flussboote, die selbst heute noch in der Größe mit Ozeanriesen konkurrieren können. Es ist bekannt, dass einige von ihnen eine Länge von 120 Metern erreichten und die Bordhöhe bis zu 6 Metern betrug.
Diese Boote wurden in den Holzerntegebieten im Oberen Wolga-Gebiet und an der Kama gebaut und waren nur für eine Fahrt flussabwärts bestimmt.
Der Bau der Belyany begann bereits im Winter. Holzfällerbrigaden machten sich für drei bis vier Monate auf in die Taiga, wo sie in Winterunterkünften lebten und Holz lagerten. Das gelagerte Holz wurde zu den Flüssen geschleppt, und bei Hochwasser wurden die Flöße gebunden und zur Vetluga geschickt, wo der Zusammenbau der Belyany begann. An der Vetluga wurden sie an drei Werften gebaut, von denen die bekannteste die Bakowskaja war.
Für den Bau einer durchschnittlichen Wolga-Belyana benötigte man etwa 240 Kiefer- und 200 Fichtenstämme. Der flache Boden wurde aus Fichtenbalken gefertigt, die Bordwände aus Kiefer. Der Abstand zwischen den Spanten betrug nicht mehr als einen halben Meter, was eine außergewöhnliche Stabilität des Rumpfes gewährleistete. Ursprünglich wurden die Belyany ohne Nägel gebaut, später begann man, Eisen-Nägel zu verwenden.
Die Boote waren weiß, was ihnen ihren Namen gab, Belyany. Zuerst wurde aus den Stämmen ein Rumpf gelegt, und dann wurde das restliche Holz stapelweise ins Innere gelegt. Die Stapel hatten Durchgänge, damit man im Falle eines Lecks zum Boden gelangen konnte. Der Rumpf der Belyana war vorne und hinten spitz zulaufend, und die Steuerung erfolgte mit einem riesigen Ruder, das an Holztore erinnerte. Das Ruder wurde mit einem langen Stamm, der vom Heck auf das Deck geführt wurde, gedreht.
Der Bau der Belyany an der Wolga erreichte Mitte des 19. Jahrhunderts mit dem Beginn des massenhaften Dampfschiffverkehrs seinen Höhepunkt, da die Dampfschiffe dieser Zeit mit Holz betrieben wurden.
Interessanterweise wurden einige Belyany in einer Navigation zweimal zusammengebaut und abgebaut. Zum Beispiel legten kleine Belyany, nachdem sie den Ort erreicht hatten, an dem die Wolga nahe an den Don herankam, am Ufer an. Die Ladung wurde mit Pferdewagen zum Don transportiert, danach wurden auch die Belyany abgebaut, transportiert und an einem neuen Ort wieder zusammengebaut. Dann wurde das Holz in die Unterläufe des Dons geflößt, wo die Belyany ein zweites Mal abgebaut wurden.
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