Baikal zieht Touristen nicht nur mit seinen atemberaubenden Ausblicken und dem Status des tiefsten Sees der Welt an, sondern auch mit der Möglichkeit, köstlichen Fisch, insbesondere Omul, zu probieren. Diese Gegend wurde bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts als Fischland bekannt, als hier Fischer siedelten. Sie schlossen sich in großen Genossenschaften zusammen und fingen während der Saison erhebliche Mengen. Zeugen von damals berichten, dass es so viel Fisch gab, dass er in Pud und Fässern gemessen wurde, in die tausend und mehr Omul passten. Ein Teil des Fangs wurde direkt am Ufer an Händler verkauft.
Der Großteil des wertvollen Fisches wurde nach Irkutsk geschickt. Der Fisch wurde in verschiedenen Formen angeboten: gesalzen, getrocknet, in Scheiben geschnitten, Balyk sowie Kaviar. Man konnte den Fisch auch im Großhandel kaufen: Ein Fass kostete 7 Rubel, und tausend gefrorene Omul kosteten 1 Rubel. Am Baikal wurden nicht nur Omul, sondern auch Wels, Hecht, Äsche, Karausche, Stör und Barbe gefangen.
Im Laufe der Zeit nahm die Fischerei industrielle Ausmaße an. Die besten Gebiete wurden schnell von Händlern, Genossenschaften und sogar vom Klerus besetzt. Zum Beispiel gehörte das Gewässer des südlichen Baikals, von Kultuk bis zum Fluss Manturikha, dem irkutskischen Erzbischöflichen Haus und dem Auferstehungskloster. Dies hatte negative Auswirkungen auf die natürlichen Ressourcen: Der raubgierige Fang führte zu einem drastischen Rückgang der Fischpopulation im See, was die Aufmerksamkeit der Regierung auf sich zog.
Im Jahr 1872 führte das Ministerium für Staatsvermögen strenge Fischereiregeln ein, die das Fangen mit Netzen und Reusen sowie während der Laichzeit verboten. Die neuen Verbote stießen auf Unmut bei den Einheimischen, die den Dampfschiffen vorwarfen, dass der Lärm ihrer Schrauben die Fische verscheuche. Dennoch halfen die Einschränkungen, die Zahl der Unterwasserbewohner wiederherzustellen. Heute ist es unsere Aufgabe, die natürlichen Reichtümer Russlands zu bewahren.
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