Der Lustige Palast befindet sich an der Westmauer des Kremls zwischen dem Kommandanten- und dem Dreifaltigkeitsturm. Er wurde 1651 als Wohnräume für den Boyaren I.D. Miloslavsky, den Schwiegervater von Zar Alexei Michailowitsch, errichtet und ist das einzige erhaltene Beispiel für Boyarenkammern im Kreml.
Das Grundstück zwischen der Festungsmauer und den Wirtschaftsgebäuden der kaiserlichen Residenz bestimmte die Planung des Anwesens Miloslavsky. Im Zentrum des Grundstücks befand sich das Gebäude selbst, während sich im Süden und Norden der repräsentative und der Wirtschaftshof befanden. Das fast quadratische Gebäude hatte einen gewölbten Durchgang in der Mitte, der beide Territorien verband. Die repräsentative Veranda führte zum südlichen Hof und war an das Hauptvolumen der Kammern angeschlossen.
Nach dem Tod von Miloslavsky im Jahr 1669 ging das Anwesen in den kaiserlichen Schatz über, und die Kammern wurden durch steinerne Übergänge mit dem Zarenpalast verbunden. 1672 begann man hier, Theateraufführungen für die kaiserliche Familie zu veranstalten, weshalb die Kammern den Namen Lustiger Palast erhielten. 1679, als hier Mitglieder der kaiserlichen Familie einzogen, wurde der Palast erweitert und teilweise umgebaut.
Der Lustige Palast stellte die nächste Stufe der Entwicklung von steinernem Wohnraum nach dem Terem-Palast dar. Die Fassaden mit weißem Steindekor und die Fluraufteilung der Räume machen ihn dem Terem-Palast ähnlich. Ein besonderes Merkmal des Palastes ist die Hauskirche der Lobpreisung der Gottesmutter, die in das Gebäude integriert ist und über die östliche Fassade ragt. Konsolen in Form von Machikulen stützen den Altar der Kirche, was eine nicht-kanonische Anordnung des Altarraums über den Wohnräumen verhinderte. Das flache Dach mit einem hängenden Garten diente als Vorhalle.
Unter Peter I. wurde im Palast die Polizeibehörde untergebracht, und 1806 wurde das Gebäude für Wohnräume und Büros des Kommandanten von Moskau umgebaut. Der Umbau nach dem Entwurf von I.W. Jegotow sah vor, die östliche Fassade zur Hauptfassade zu machen, wozu ein nördlicher Flügel angebaut und pseudogotische Details hinzugefügt wurden. Die Kirche wurde aufgehoben.
In den Jahren 1874-1875 versuchte der Architekt N.A. Schochin, dem Gebäude teilweise sein antikes Aussehen zurückzugeben.
Heute befinden sich im Palast die Dienste der Kreml-Kommandantur, die in den Jahren 2000-2004 eine Restaurierung durchführten, um das ursprüngliche Erscheinungsbild der Kirche der Lobpreisung der Gottesmutter und des Lustigen Palastes wiederherzustellen.
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