Die Geschichte des russischen Motorsports ist voller unbekannter Seiten, obwohl einige Namen von Fahrern in Erinnerung geblieben sind. Einer der bekanntesten war Alexander Alexandrowitsch Wetschinin, dessen Ruhm sogar über die Grenzen Russlands hinausging. Er begann als Amateur, verbesserte jedoch allmählich seine Fähigkeiten und wurde bis 1908 mehrfacher Sieger verschiedener Wettbewerbe. Wetschinin besaß das schnellste Auto in Russland zu jener Zeit, ein Brazié mit 120 PS, was ihm einen erheblichen Vorteil gegenüber seinen Konkurrenten verschaffte. Doch auch ihm widerfuhren Rückschläge: Bei der Automobilfahrt Petersburg-Moskau musste er wegen eines Defekts aufgeben.
Trotzdem wurde Wetschinin in das Renault-Team in Frankreich eingeladen. Im Juli 1908 fanden in der Nähe von Dieppe große Automobilwettbewerbe nach den neuen Regeln der "Formel" auf einer Rundstrecke statt, wo die besten Fahrer, einschließlich der Vertreter von Renault, versammelt waren. Sie mussten eine Distanz von 76 Kilometern zurücklegen. Wetschinin hielt sich sicher in den Top fünf, begann jedoch in der vorletzten Runde, Positionen zu verlieren, und beendete das Rennen auf dem achten Platz. Den Sieg errang ein deutscher Fahrer aus dem Mercedes-Team. Dennoch wurde Wetschinins Ergebnis im Russischen Kaiserreich als echter Erfolg wahrgenommen.
In der Folge nahm Alexander Alexandrowitsch an den "Geschwindigkeits-Cup"-Rennen teil, wurde mehrfach Preisträger und stellte mehrere Rekorde auf. Zum Beispiel beschleunigte er auf der Wolchonka-Straße auf 127 km/h. Im Juni 1909 plante er, an den Distanzrennen in Moskau teilzunehmen, doch dort endete sein Leben tragisch. Augenzeugen berichteten, wie er mit einer Geschwindigkeit von etwa 130 Werst pro Stunde an den Zuschauern vorbeirauschte, ohne die Kurve zur Brücke zu bemerken. Das Auto prallte gegen eine Säule, überschlug sich und fiel in den Fluss. Dies wurde zur ersten Tragödie in der Geschichte des russischen Motorsports. Alexander Wetschinin war erst 26 Jahre alt.
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