Am 28. April 1898 begann in Moskau die Arbeit der Notfallhilfe. Die ersten Wagen wurden in Paris mit Mitteln der Kaufmannsfrau Anna Kuznetsova erworben und wurden als "Kuznetsova-Wagen" bekannt. Sie wurden bei den Polizeistationen Sushchevsky und Sretensky untergebracht, da zuvor die Polizei die Rolle der Notfallhilfe übernahm. Verletzte bei Unfällen wurden zunächst in die Polizeiwarteräume gebracht, um erste Hilfe zu leisten. Nun wurden zwei spezialisierte Notfallstationen bei den Polizeistationen eröffnet.
Zunächst konnten nur autorisierte Personen, wie Polizisten, Hausmeister und Wächter, einen Wagen rufen, da Telefonverbindungen selten waren. Daher wurde Hilfe hauptsächlich auf der Straße und nicht zu Hause geleistet. Die Hauptpatienten waren betrunkene oder verletzte Personen.
In den ersten zwei Monaten fuhren die Kuznetsova-Wagen 82 Mal aus. Am 13. Juni 1898 ereignete sich der erste Unfall, zu dem die Notfallhilfe gerufen wurde: An der Jerusalemstraße stürzte eine im Bau befindliche Wand ein, 9 Personen wurden verletzt, und beide Wagen fuhren zum Einsatzort, fünf wurden ins Krankenhaus eingeliefert.
Im Jahr 1899 wurden in Moskau drei weitere Notfallstationen bei den Lefortovo-, Taganka- und Yakimanka-Stationen eröffnet. Ein Jahr später kam eine Station bei der Prechistenka-Feuerwache hinzu, und die siebte nahm 1902 ihren Betrieb auf. 1903 wurde ein Wagen für den Transport von schwangeren Frauen zur Entbindungsanstalt der Brüder Bakhrushin eingeführt. Zunächst wurde die Notfallhilfe von Enthusiasten finanziert, und die Stadt begann erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts, Mittel bereitzustellen.
Im Jahr 1908 gründeten Medizinstudenten die Gesellschaft für Notfallhilfe, um die Stationen aus der Kontrolle der Polizei zu bringen. Die Behörden unterstützten jedoch diese Initiative nicht, sodass die Gesellschaft 1912 ein Auto erwarb und die Dolgorukovskaya-Notfallstation gründete, die von Dr. Vladimir Pomortsev ausgestattet wurde. 1913 erhielt das Auto eine Auszeichnung auf einer Ausstellung in St. Petersburg und wurde vom Militärministerium erworben.
Nach der Oktoberrevolution begann eine neue Phase der Entwicklung der Notfallhilfe. 1919 gründete der Moskauer Rat der Arbeiterdeputierten die städtische Notfallstation, die heute den Namen Alexander Puchkov trägt, der sie 1923 leitete und bis 1952 führte.
1926 wurde bei der Moskauer Notfallstation erstmals ein Bereitschaftspunkt für die Betreuung plötzlich erkrankter Personen zu Hause eingerichtet. Ein Jahr später wurde in der Hauptstadt eine Notfallpsychiatrie eingeführt, und Psychiater wurden zu den Patienten geschickt.
1940 ging die Notfallmedizinische Station in die Zuständigkeit des Moskauer Gesundheitsamtes über. In den 1960er Jahren entstanden in der Notfallhilfe spezialisierte Teams: Schockbekämpfung, Toxikologie, Neurologie, Pädiatrie und zur Hilfe bei Myokardinfarkten.
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