← Zum Feed · Karte

Penzensches Konzentrationslager

Фото 1
Im Jahr 1920, zur Zeit des Bürgerkriegs, sandte Lenin ein Telegramm nach Penza mit dem Hinweis: "unbarmherzigen Terror durchführen, alle Verdächtigen in ein Konzentrationslager außerhalb der Stadt einsperren". Diese "Kolonie" befand sich in der Revolutionstraße.

Heute ist von diesem Lager nichts mehr übrig. Bereits während des Ersten Weltkriegs begann man auf dem Gelände der Ziegelfabrik, Unterkünfte für Flüchtlinge zu bauen, und nach der Revolution wurden die Gebäude in eine Kolonie umgewandelt. Die Insassen lebten in Holzbaracken mit Bretterliegen, in der Decke waren drei Lüftungsöffnungen, und das gesamte Gelände war von einem hohen Zaun mit Stacheldraht umgeben. Die ersten Häftlinge waren 213 Bauern aus Izhmor, die sich gegen die sowjetische Macht erhoben hatten. Neue Kleidung wurde ihnen nicht ausgehändigt, und alle trugen das, in dem sie verhaftet wurden. Der Lagerleiter Ivan Mileshkin beklagte sich in seinem Bericht: "Es fehlt an Uniformen! Einige Bauern haben 4 Monate lang ihre Wäsche nicht gewechselt und sind völlig abgemagert." Im Laufe der Zeit wurde der Name "Konzentrationslager" in "verbesserungs- und Arbeitslager" geändert. Die Häftlinge wurden täglich zur Arbeit gezwungen und mussten bis zu blutigen Blasen schuften.

Nicht nur Bauern fielen unter die Repressionen. Adelige, Kaufleute und viele, die mit dem Zarenregime verbunden waren, wurden ebenfalls grausamen Strafen unterworfen. In demselben Lager befand sich der Bruder des bekannten Stummfilm-Schauspielers Alexei Mozzhukhin, der nur verhaftet wurde, weil er Offizier der kaiserlichen Armee war.

Interessant sind die Listen der Verurteilten mit Angaben zu den Strafen. Zum Beispiel erhielt man für Raub 6 Monate Haft, für die Kritik an der Schulreform ein Jahr. Unter den Häftlingen war ein Mann, der die Bauernunruhen von 1905 niederschlug, ohne konkrete Haftstrafe, bis zum Ende des Bürgerkriegs.

Das Lager wurde in den 1920er Jahren hastig abgerissen, aber seine Geschichte endete damit nicht. Die Häftlinge wurden in andere Lager verlegt, nun in die Region Tambow.

Von dem Penzenschen Konzentrationslager sind keine Fotografien erhalten geblieben. Die Bilder wurden auf der Grundlage von Berichten und Erklärungen des Lagerkommandanten Ivan Mileshkin erstellt. So sahen die Lagerbaracken, die Wachräume und die Wäscherei aus. Es sei daran erinnert, dass es kein Bad gab und die Häftlinge bis zu 4 Monate lang nicht waschen durften, weshalb Läuse ihre ständigen Begleiter waren.

Geo-Punkt

Пензенский концлагерь

Kommentare