Im Jahr des fünfjährigen Todestages von Admiral Makarow fand in Kronstadt eine Versammlung zu seinen Ehren statt, auf der beschlossen wurde, ein Denkmal für den herausragenden Flottenführer zu errichten. Am selben Tag wurde ein Komitee zur Sammlung von Spenden für den Bau des Denkmals gegründet, und alle Offiziere und Mannschaftsangehörigen der Marine spendeten ein Viertel ihres Jahresgehalts. Der Autor des Denkmals war der Bildhauer Sherwood.
Für die Schaffung des Denkmals, der Reliefs und des Sockels benötigte man mehr als zwei Jahre. Erst am 6. August 1913, im Jahr der dreihundertjährigen Herrschaft des Hauses Romanow, wurde das Denkmal für Admiral Makarow feierlich in Anwesenheit des letzten russischen Kaisers Nikolaus II. eröffnet.
Die Skulptur, die mehr als dreieinhalb Meter hoch ist, steht auf einem fünf Meter hohen Sockel aus einem massiven Granitblock. Ursprünglich war dieser Granit für ein Denkmal für Kaiser Paul I. vorgesehen, aber das Barge mit ihm sank in der Bucht von Wyborg. Über einhundert Jahre lag der Granit auf dem Grund, bis Nikolaus II. 1911 anordnete, ihn zu heben, zu weihen und für das Denkmal Makarows zu verwenden. Bei der Transportierung brach der obere Teil des 160 Tonnen schweren Blocks ab, aber der verbleibende Teil wurde in den Petrowski-Park gebracht und mit Marmor verkleidet.
Das Denkmal ist mit außergewöhnlicher Ausdruckskraft gestaltet: Es scheint, als würde Admiral Makarow gleich einen Schritt nach vorne machen. An drei Seiten des Sockels sind Reliefs angebracht, die verschiedene Etappen seines Lebens darstellen. Eines davon zeigt die Explosion eines türkischen Schiffes während des Russisch-Türkischen Krieges, als Makarow am 14. Januar 1878 den ersten erfolgreichen Angriff mit Torpedobooten auf dem äußeren Hafen von Batumi durchführte und das Schiff „Intibah“ versenkte. Das zweite Relief zeigt die arktische Fahrt des Eisbrechers „Ermak“, der unter der Leitung von Makarow gebaut wurde. Das dritte Relief zeigt die Explosion des Panzerkreuzers „Petropawlowsk“, auf dem der Admiral ums Leben kam.
Die bronzene Figur des Admirals steht, den Wind überwindend, was an den flatternden Säumen seines Mantels zu erkennen ist. Zu seinen Füßen erhebt sich eine bronzene Meereswelle, die den japanischen Drachen symbolisiert. Die rechte Hand des Admirals hält er in der Manteltasche, während die linke, in der Luft verharrend, scheinbar den Kurs des Schiffes anzeigt.
Das Denkmal steht auf dem Ankerplatz in Kronstadt vor der Marinekathedrale. Die Skulptur und die Reliefs wurden aus Bronze in einer der besten Gießereien Sankt Petersburgs gegossen, die von Karl Robekki geleitet wurde. Die Ankerkette und Anker, die das Denkmal umgeben, wurden aus den Lagerräumen des Kronstädter Militärhafens bereitgestellt.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste.
Um einen Kommentar zu hinterlassen, mit Google anmelden.