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Anna Pawlowna von Oranien

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Der uneheliche Sohn Napoleons, Charles Léon, behauptete, dass die Hauptursache für den Krieg von 1812 die große Fürstin Anna Pawlowna, die Tochter von Kaiser Paul I., war. In dieser Behauptung steckt ein Körnchen Wahrheit. Napoleon, der sich mit der russischen Kaiserfamilie verbinden wollte, wählte Anna Pawlowna, die Tochter von Paul I. Der Gesandte Napoleons, Kolenkour, bemerkte, dass sie zwar nicht besonders schön war, aber einen sanften Gesichtsausdruck und schöne Augen hatte und für ihr Alter ausreichend entwickelt war. Zu diesem Zeitpunkt war Anna erst 15 Jahre alt.

Zunächst wandte sich Napoleon an Alexander I. mit der Bitte um die Hand von Anna. Doch Alexander zögerte mit seiner Antwort und erklärte schließlich, dass das Schicksal Annas von ihrer Mutter, Maria Fjodorowna, bestimmt werde. Die verwitwete Kaiserin, die keine Sympathie für Napoleon hegte, antwortete höflich, dass ihre Tochter noch zu jung für die Ehe sei. So gelang es Napoleon nicht, sich mit den Romanows zu verbinden.

Daraufhin begann der Krieg und der Auslandsfeldzug, und 1816 fand Anna Pawlowna ihre Liebe. Sie verlobte sich mit Prinz Wilhelm von Oranien und zog in die Niederlande. Dort lernte sie, als aktive und gebildete Schwester von Alexander I., die niederländische Sprache, engagierte sich aktiv in der Wohltätigkeit und half allen Bedürftigen, wodurch sie die Liebe der Niederländer gewann. Während des bewaffneten Konflikts zwischen Holland und Belgien unterstützte sie ihre neue Heimat, indem sie auf eigene Kosten zahlreiche Lazarette für verwundete Soldaten eröffnete.

Im Jahr 1840 trat der Vater des Prinzen von seinem Thron zurück, und Wilhelm und Anna wurden die neuen Könige der Niederlande. Ihre Krönung wurde jedoch wegen ihrer übermäßigen Pracht kritisiert, und Wilhelm erschien bei der Zeremonie in einer russischen Uniform aus dem Jahr 1812. Anna Pawlowna lebte ein langes und erfülltes Leben und starb im Alter von 70 Jahren. Ihr Tod löste tiefes Bedauern in den Niederlanden aus, und viele Bürger kleideten sich freiwillig in Trauer.

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