Nikolai Nekrasov hatte einen schwierigen Charakter. In der Gymnasium kam es oft zu Konflikten mit Lehrern, und während seines Studiums an der Petersburger Universität, ohne Unterstützung von seinen Eltern, irrte er umher und nahm die dreckigsten Arbeiten an. Er war auch ein begeisterter Spieler. Seine ersten Gedichte wurden als talentlos angesehen, doch trotz alledem blieb Nekrasov im Gedächtnis des russischen Volkes als großer Dichter und Sänger des Volksleidens.
Die Kindheit Nekrasovs verlief in einer strengen, ja sogar despotischen Atmosphäre. Sein Vater war ein grausamer Mensch, und der Dichter wurde oft Zeuge von Übergriffen auf die Bauern. Seine Mutter, Elena Zakrewskaja, war das genaue Gegenteil des Vaters, und Nekrasov trug die Liebe zu ihr sein ganzes Leben lang mit sich, indem er sie zur Heldin seiner lyrischen Werke machte. Doch auch Nekrasov erlaubte sich manchmal Freiheiten: Er schwänzte den Unterricht und schrieb satirische Gedichte über seine Lehrer. In seiner Jugend wollte sein Vater ihn in eine Militärschule schicken, aber Nekrasov lief weg und immatrikulierte sich an der philologischen Fakultät der Petersburger Universität.
Genau dort begann sein harter Weg zum literarischen Ruhm. Die erste Auflage seiner Gedichte "Träume und Klänge" war ein Misserfolg. Nekrasov war so beschämt darüber, dass er die gesamte Auflage aufkaufte und verbrannte. Doch dieses Fiasko hielt ihn nicht auf. Später veröffentlichte er noch zwei Sammlungen, die erfolgreich waren.
Im Jahr 1848 erwarb Nekrasov die Zeitschrift "Sowremennik", die zu einem wichtigen Phänomen in der russischen Literatur wurde. Dort veröffentlichten Autoren wie Belinski, Dobroljubow, Tolstoi, Dostojewski, Goncharov, Turgenev und Ostrowski. Auch Nekrasov veröffentlichte dort seine Werke, wie "Ded Mazai und die Hasen", "Wer lebt gut in Russland?" und "Frost, Rote Nase".
Auf Nekrasovs Beerdigung hielt Dostojewski eine Rede. Eine große Menge versammelte sich, und als Dostojewski Nekrasov an dritter Stelle in der russischen Literatur nach Puschkin und Lermontow einordnete, ertönten Rufe: "Ja, höher, höher als Puschkin!" So ist das komplizierte Schicksal des Dichters, der die Volkssehnsüchte und -empfindungen ausdrückt.
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