Wer von uns liebt es nicht, lecker und günstig zu essen? In der vorrevolutionären Penza war das Volkskaffee der zugänglichste Ort dafür, gelegen in der Nähe des modernen Leninplatzes.
Der Name "Volkskaffee" wurde nicht zufällig gewählt, das Kaffee war für einfache Leute gedacht. Dank einer Vereinbarung mit der Stadtverwaltung war das Etablissement von der Steuer befreit, was es ermöglichte, die Preise niedrig zu halten. Zum Beispiel kostete ein Fischpastetchen nur 5 Kopeken, und für 20 Kopeken konnte man ein komplettes Mittagessen mit Borschtsch mit Rindfleisch, Gelee, Brei nach Wahl und einem Glas Kwas bekommen. Das war wirklich günstig, denn eine Fahrt mit der Kutsche kostete 1,5 bis 2 Mal mehr.
Über das ungewöhnliche Volkskaffee wurde sogar in anderen Städten berichtet. Der Journalist Nikolai Jushkov von den Kasaner Nachrichten bemerkte: "Das Schild des Etablissements zeigt eine Gruppe von Männern und Frauen in bunten Hemden und Sarafanen am Samowar, und darum herum steht die Aufschrift: Herzlich willkommen, um Tee zu trinken und Musik zu hören. Hier sind meistens Männer und Kaufleute anzutreffen. Im ersten Monat nach der Eröffnung wurden hier 2678 Tassen Tee getrunken, und die Anzahl der gegessenen Mittagessen konnte die Verwaltung nicht einmal zählen."
Übrigens wurden die Mahlzeiten von Musik begleitet. In der Ecke stand ein Grammophon, das russische Volkslieder spielte, was eine ungezwungene Atmosphäre schuf. Nikolai Jushkov erwähnte auch: "Der Herr Gouverneur hat auf seine Kosten ein Orgel für das Etablissement bestellt." So sah die Gastronomie im Russischen Kaiserreich aus!
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