Von der vorrevolutionären Basarplatz auf der Moskauer Straße ist nur die Fleischpassage erhalten geblieben, ein hervorragendes Beispiel für die steinerne Architektur des Russischen Kaiserreichs. Dieses Gebäude wurde 1897 nach den Plänen des penzischen Architekten Weniamin Semetschkin erbaut. Für den Bau dieses majestätischen Bauwerks wurden 25.000 Rubel ausgegeben, wobei ein Teil der Mittel von der Stadtverwaltung zu hohen Zinsen von Banken geliehen wurde. Doch die Ausgaben haben sich gerechtfertigt. Der surische Architekt schuf ein charmantes Gebäude im russischen Stil. Nach Semetskhin's Idee sollte die Fleischpassage über dem Basarplatz emporragen, wie eine uneinnehmbare Festung. Der Effekt einer bedrohlichen Zitadelle wurde durch kleine Schießschartenfenster und Türme an den Ecken erzeugt. Der nationale Kolorit wurde durch Muster aus Ziegelmauerwerk und spitze Zeltdächer ergänzt. Der Architekt sorgte nicht nur für das äußere Erscheinungsbild des Gebäudes, sondern auch für seine Funktionalität für zukünftige Kaufleute. Im Inneren wurden spezielle Keller mit Kühllagerräumen für die Fleischlagerung eingerichtet. Heute, wo das Gebäude seine ursprüngliche Funktion nicht mehr erfüllt, sind alle Keller mit Erde gefüllt. Im Vergleich zu modernen Mehrfamilienhäusern erscheint die Passage nicht mehr so hoch. Hier wurde 80 Jahre lang Fleisch gehandelt, bis 1977, als zu diesem Zweck ein spezielles Gebäude in der Bakuninstraße errichtet wurde. Kurz darauf wurde die Fleischpassage als architektonisches Denkmal anerkannt und unter Denkmalschutz gestellt.
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