Am 13. Juni 1912 wurde in Moskau an der Wolchonka, auf dem Gelände des ehemaligen Kolymashny-Hofes neben dem Kreml, feierlich das Museum der Schönen Künste des Kaisers Alexander III eröffnet, das heute als Staatliches Museum der Bildenden Künste A. S. Puschkin bekannt ist. Die Idee zur Gründung des Museums stammt von dem Professor der Moskauer Universität, Dr. der römischen Literatur und Kunsthistoriker I. V. Tsvetaev, der sie 1893 vorschlug. Der Architekt R. I. Klein leitete den Bau des Gebäudes, während die Innenausstattung, die mit den ausgestellten Exponaten harmonierte, von dem Architekten G. B. Barkhin und den Künstlern I. I. Nivinsky, A. Ya. Golovin und anderen gestaltet wurde.
Das Museum wurde auf der Basis des Kabinetts für Schöne Künste und Altertümer der Moskauer Universität gegründet und diente als Lehr- und öffentliches Lager für Gipsabgüsse und Kopien klassischer Werke der Weltkunst. Die ursprüngliche Sammlung umfasste Abgüsse bekannter europäischer Skulpturen, eine einzigartige Sammlung ägyptischer Denkmäler, die von dem Ägyptologen V. S. Goleniščev gesammelt wurde (etwa 6.000 Objekte), sowie Originale der westeuropäischen Malerei, hauptsächlich aus den niederländischen, französischen und italienischen Schulen, und eine wertvolle Sammlung antiker Vasen und Münzen.
Nach der Revolution hörte das Museum auf, der Universität unterstellt zu sein, und wurde eine eigenständige Kunstinstitution. In der Zeit von 1924 bis 1930 wurde seine Sammlung durch Exponate aus nationalisierten Moskauer Landsitzen und privaten Sammlungen, wie den Sammlungen von G. A. Brokar und D. I. Schukin, sowie aus dem aufgelösten Museum für Ikonenmalerei und Malerei von I. S. Ostroukhova ergänzt. Aus dem Historischen Museum, den Museen des Kremls und der Tretjakow-Galerie wurden Werke der westeuropäischen Kunst übertragen, die nicht zu ihrem Profil passten.
Die Sammlung des Museums wurde erheblich durch Materialien aus archäologischen Ausgrabungen antiker Städte des nördlichen Schwarzmeerraums bereichert. Eine wichtige Rolle bei der Bildung der Gemäldegalerie spielten die Zuwendungen aus dem Staatlichen Ermitage, von wo Werke herausragender europäischer Künstler wie Botticelli, Rembrandt, van Dyck, Rubens, Poussin, Murillo und Canaletto übertragen wurden.
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