← Zum Feed · Karte

Warlawa Alexejewna Morozowa

Фото 1
Warlawa Alexejewna Morozowa ging in die Geschichte Russlands nicht nur als eine der reichsten Frauen des Russischen Kaiserreichs ein, sondern auch als Mäzenin und Wohltäterin, die sich um ihre Arbeiter in der Twerer Manufaktur kümmerte. Nach dem Tod ihres Mannes übernahm sie im Alter von 34 Jahren die Leitung der Fabrik. Trotz fehlender signifikanter Erfahrung lernte sie schnell und erzielte große Erfolge. Der erste Schritt war die Einladung eines erfahrenen Ingenieurs als Geschäftsführer. Morozowa dachte auch über die Erweiterung des Absatzmarktes und den Einkauf von Materialien zu niedrigeren Preisen nach, während sie die Qualität der Produkte aufrechterhielt. In ihrer Twerer Fabrik wurden jährlich 212.000 Pud Baumwolle verarbeitet, was enorme Gewinne einbrachte. Nemirovich-Danchenko schrieb über sie: "Eine schöne Frau, reiche Fabrikantin, hielt sich bescheiden, prahlte nirgends mit ihrem Geld."

Sie gab ihr Geld tatsächlich nicht leichtfertig aus, sondern richtete den Großteil der Mittel für wohltätige Zwecke ein. Warlawa Alexejewna kümmerte sich auch um ihre Arbeiter, indem sie für sie eine kleine Fabrikstadt mit einer Schule baute, in der kostenlose Näh- und Handarbeitskurse angeboten wurden, ein Krankenhaus mit 80 Betten, eine Entbindungsstation, einen Kindergarten und ein Altenheim. Zu den Arbeiterhäusern gehörten unbedingt Gärten und Gemüsebeete. In jedes Gebäude wurde eine Heizung eingebaut, was die Meinung widerlegte, dass Fabrikanten die Arbeiter nur als Einkommensquelle sahen.

Konflikte in der Twerer Manufaktur traten natürlich auf, und es gab sogar Streiks. Doch Warlawa Morozowa kam immer persönlich zu den Demonstranten, um die Gründe für ihre Unzufriedenheit zu klären. Manchmal wurden die aktivsten Streikenden von der Polizei festgenommen, und sie erklärten, dass sie auf Kosten der Morozow-Fabrik ausgebildet oder erzogen worden seien. Im Jahr 1910 gab Morozowa eine enorme Summe von 550.000 Rubel für die Verbesserung der Wohnverhältnisse der Arbeiter aus. Mit diesen Mitteln wurde ein großes Wohnheim für die Arbeiter gebaut, das den Namen "Paris" erhielt und Neid bei denen hervorrief, die dort nicht lebten.

Kommentare