Es ist schwer zu glauben, aber einst galten russische Käsesorten, insbesondere Butter, als eine der besten in Europa. Dies wurde möglich durch den ehemaligen Marineoffizier Nikolai Vereschagin, der zufällig die Milchproduktion entdeckte. Nach seiner Pensionierung heiratete er und, Geld leihend, machte er mit seiner Frau eine Hochzeitsreise in die Schweiz. Dort, beim Besuch von Milchfarmen, war er so begeistert vom Käsemachen, dass er beschloss, dieses Handwerk bei den besten Meistern zu erlernen.
Nach seiner Rückkehr nach Russland brannte Vereschagin für die Idee, eine eigene Milchproduktion zu gründen. Mit Hilfe von Investitionen von Twerer Kaufleuten organisierte er Bauernkooperativen zur Herstellung von Butter und Käse. Doch die erste Erfahrung war nicht erfolgreich: Trotz moderner Ausrüstung waren die Käsesorten geschmacklos. Nikolai Wassiljewitsch dachte lange über die Ursache des Misserfolgs nach, bis er erkannte, dass die Bauern, um mehr zu verdienen, die Milch mit Wasser verdünnten. Nach der Behebung dieses Problems begann das goldene Zeitalter der russischen Käseherstellung. Die Käsesorten wurden wirklich großartig und übertrafen sogar die Analogien aus der Schweiz und den Niederlanden.
Der Erfolg kam schnell. Auf internationalen Ausstellungen erhielt Vereschagins Produkte ununterbrochen Auszeichnungen. 1869 baute er in Moskau eine Fabrik zur Herstellung von Konservendosen für Milch und Ausrüstung für Käsehersteller, was Russland von der Notwendigkeit befreite, teure Geräte im Ausland zu kaufen.
Doch die größte Errungenschaft Vereschagins war die Erfindung der Pariser Butter, die später als Wologda-Butter bekannt wurde. So hoben einige Exkursionen in die Schweiz die russische Käseherstellung auf ein neues Niveau.
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