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Das Grab des Kriegsministers Suchomlinow

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Der Kriegsminister unter Nikolaus II lebte in einem bescheidenen Zimmer im vierten Stock nahe der Stadtbahnstation Wilmersdorf-Friedenau. Er war über siebzig und hatte eine Leidenschaft für die Herstellung von weichen Puppen aus Stoff, die mit Watte gefüllt und mit gemalten Gesichtern versehen waren. Seine Arbeiten, wie Pierrot, Harlekins und Colombinen, waren bei Damen gefragt, die sie für 10 Mark verkauften. Diese Puppen schmückten die Boudoirs reicher deutscher Damen und Kokotten oder lagen auf den Sofas von Mädchen, die sich für Poesie begeisterten.

Wenn der Minister müde war, ging er vorsichtig die Treppe hinunter, hielt sich am Geländer fest und machte einen Spaziergang. Auf den Straßen von Wilmersdorf ließ er seine Erinnerungen an sein langes Leben Revue passieren. Besonders oft dachte er an Nikolai Nikolajewitsch, der seine Tage in Schuanja verbrachte. Zwischen ihnen gab es eine alte Feindschaft, und Suchomlinow setzte sich an den Tisch, um ein Rachebuch gegen seinen Gegner zu schreiben, in dem er ihn wegen unterschiedlicher Geschmäcker beschuldigte, der eine bevorzugte Französinnen, der andere Deutsche. So entstand das Buch "Der Großfürst Nikolai Nikolajewitsch der Jüngere".

A. V. Telepnew, etwas jünger als Suchomlinow, kam ohne Hilfe des Geländers die Treppe zu ihm hinauf, obwohl auch er Mühe hatte. Sie verbrachten die Zeit damit, alte Streiche zu erinnern und tranken Tee weit nach Mitternacht.

Als der Minister nicht mehr aus dem Bett aufstehen konnte und seine Zunge ihm nicht mehr gehorchte, brachte die Wirtin ihn ins Krankenhaus. Telepnew kam zu seinem Freund, doch dieser deutete nur mit den Augen auf einen Porzellangegenstand und flüsterte: "Ente". Dann schwieg er, lächelte und starb.

Der Tod Suchomlinows erschütterte die gesellschaftlichen Damen, die versuchten, seine Generalsuniform zu finden, jedoch ohne Erfolg. Telepnew weinte bitterlich um seinen Freund, nicht weil er ihn verloren hatte, sondern weil er den erstarrten Körper nicht umkleiden konnte.

Suchomlinow wurde in einer Polizeiuniform beerdigt, was unbemerkt blieb. Den Sarg trugen der Kirchenwächter, der Stifter und zwei Offiziere. Der Armeekapitän Chohorkow, der als Totengräber diente, begrub ihn schnell und ruhig, trotz seiner zahlreichen Verwundungen und Auszeichnungen.

Während der Beerdigung warf Chohorkow die erste Schaufel Erde auf den Sarg und sagte: "Nun, deutscher Spion, geh in die deutsche Erde", was Empörung unter den Anwesenden hervorrief. Dennoch setzte er seine Arbeit fort, und der Kriegsminister, General der Kavallerie und Freund zweier Kaiser war nicht mehr auf der Welt.

Geo-Punkt

Могила военного министра Сухомлинова

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