Auf Tahiti kann man bis heute Einheimische mit russischen Namen wie Maxim, Igor, Maria, Ilja und Tatjana treffen. Von 1987 bis 1991 war der russischstämmige Alexander Maximovich Leontiev Premierminister von Französisch-Polynesien. Wie kam es, dass diese abgelegene pazifische Insel teilweise slawisch wurde?
Alles begann mit der weißen Emigration, die für Russland tragisch war. Nach dem Bürgerkrieg verstreuten sich zehntausende unserer Landsleute über die ganze Welt, und einige von ihnen ließen sich auf Tahiti nieder. Der Kopf der örtlichen russischen Gemeinde wurde General Maxim Nikolaevich Leontiev. Er stammte aus der Provinz Tambow, schloss mit 19 Jahren das Page Corps ab, nahm am Ersten Weltkrieg teil und kommandierte den Expeditionskorps in Mazedonien. Die Revolution nicht akzeptierend, ging Leontiev nach Frankreich und zog dann, aus Angst vor Verfolgung durch die Sowjets, nach Tahiti.
Die Emigranten bauten mehrere Häuser und organisierten eine kleine Landwirtschaft. Alle Kinder wurden im orthodoxen Glauben getauft, was das Interesse der Einheimischen weckte. Russische Namen wurden populär, und die Tahitianer begannen, ihre Kinder nach unserem Vorbild zu benennen. Nach dem Zweiten Weltkrieg verkaufte Maxim Leontiev das verbleibende Geschäft in Frankreich und eröffnete auf Tahiti ein Hotel und ein Restaurant. Kurz vor seinem Tod wurde ihm die französische Staatsbürgerschaft angeboten, aber er lehnte ab, da er sich als Untertan des bereits nicht mehr existierenden Russischen Kaiserreichs betrachtete.
Die Enkel des Generals wurden bedeutende Politiker auf Tahiti, erreichten Autonomie für ihre neue Heimat und kämpften für die Rechte der einheimischen Bevölkerung. Maxim Nikolaevich Leontiev starb am 9. Juni 1948, und sein Tod war ein echtes Trauerereignis für die Tahitianer. Auf seinem Grab wurde später ein großes orthodoxes Kreuz errichtet.
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