Der Leningrader Zoo in Sankt Petersburg, der bereits über 150 Jahre alt ist, hat zahlreiche Prüfungen überstanden: von Wohlstand bis Niedergang, Krieg und ständige Geldknappheit für Renovierungen. Trotz alledem, mit der erhaltenen historischen Planung, wirkt er modern. Es ist schwer zu glauben, dass er von einer unternehmungslustigen Holländerin gegründet wurde, die für ihre Waffeln bekannt war.
Der Zoo wurde am 1. August 1865 dank Julius Gebhardt eröffnet, aber eine Schlüsselrolle spielte seine Frau Sophia, eine abenteuerlustige Frau, die es nicht gewohnt war, untätig zu sein. Sophia, die 1842 nach Russland kam, passte sich schnell an und eröffnete ein Waffelgeschäft im Zentrum von Sankt Petersburg. Ihr auffälliges Erscheinungsbild zog Aufmerksamkeit auf sich, und bald wurde sie als „schöne Holländerin“ bekannt. Sogar Kaiser Alexander II. bemerkte sie, was später eine wichtige Rolle spielte.
Sophias Geschäft florierte, sie erweiterte es, indem sie Ausstellungen und Theater eröffnete. Bald heiratete sie Julius Gebhardt, der davon träumte, einen Zoo in Russland zu eröffnen. Nachdem sie die Genehmigung des Gouverneurs erhalten hatten, begannen sie mit dem Bau des Zoos im Alexanderspark. Zunächst war es schwierig: Viele Tiere überlebten den ersten Winter nicht. Doch dank des Durchhaltevermögens und des Enthusiasmus der Besitzer begann der Zoo, Besucher anzuziehen.
Nach dem Tod von Julius im Jahr 1871 fand Sophia einen neuen Partner, Ernst Rost, der den Zoo in ein profitables Unternehmen verwandelte. Er organisierte verschiedene Unterhaltungen, führte technische Neuerungen ein und bereicherte die Sammlung mit seltenen Tieren. Aufgrund hoher Mietpreise verließ Rost jedoch Russland.
Der Zoo erlebte schwierige Zeiten, in denen die Besitzer oft wechselten und die Bedingungen für die Tiere sich verschlechterten. Im Jahr 1911 wurde er von Semen Novikov gekauft, der die Einrichtung umgestaltete, die Gebäude erneuerte und die Sammlung erweiterte.
Nach der Revolution wurde der Zoo nationalisiert, und viele Tiere starben im Hungerwinter 1917-18. Doch dank der Bemühungen von Fachleuten begann er sich zu erholen. In den Blockadejahren von Leningrad zeigten die Mitarbeiter des Zoos unglaublichen Mut, indem sie die Tiere vor Hunger und Bombardierungen retteten.
Nach dem Krieg erweiterte und erneuerte sich der Zoo. Neue Tiere wurden gebracht, und er wurde zu einem echten Zoo mit Blumen und Bäumen. In den 2000er Jahren begann seine Renovierung, um modernen Standards zu entsprechen. Heute ist es eine grüne Zone mit Wasserfällen und Teichen, in der 2500 Tiere von 533 Arten leben. Der Zoo ist zu einem Symbol für Widerstandsfähigkeit und Wiedergeburt geworden und bewahrt das Gedächtnis an seine komplexe und inspirierende Geschichte.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste.
Um einen Kommentar zu hinterlassen, mit Google anmelden.