Maria Krzhizhevskaya, bekannt auf Sachalin als "Sachaliner Fürsprecherin", war Ende des 19. Jahrhunderts praktisch allen Bewohnern der Insel bekannt. Die junge Krankenschwester, die ihr Leben dem Dienst an den Menschen gewidmet hatte, genoss sowohl bei hochgestellten Persönlichkeiten als auch bei einfachen Sträflingen Respekt. Sie kam im Alter von 30 Jahren nach Sachalin, nachdem sie die Schule an der Petersburger Kalininschen Klinik abgeschlossen und das Diplom als Hebamme erhalten hatte. Aufgrund des Mangels an Fachkräften übernahm Maria jedoch nicht nur Aufgaben in ihrem Fachgebiet, sondern arbeitete auch als Apothekerin und Sanitäterin und half lokalen Wissenschaftlern. Dank ihres Engagements wurde in dem Dorf Kirovskoye die Rykov-Meteorologiestation eröffnet. In seinen Memoiren "Acht Jahre auf Sachalin" schrieb der Sträfling Yuvachev über sie als eine Frau mit einem guten Herzen, die ihr ganzes Einkommen den armen Verbanneten spendete. Er bemerkte, dass ihr Leben dem Dienst an anderen gewidmet war.
Über Marias Selbstlosigkeit und Uneigennützigkeit kursierten Legenden auf der Insel. Eines Tages erfuhr sie, dass in einem abgelegenen Dorf Hilfe für Gebärende benötigt wurde. Zu dieser Zeit war es Frühjahr und die Straßen waren praktisch unpassierbar. Maria beschloss, die Geburten direkt im Dorf anzunehmen, indem sie Schneeverwehungen und morastige Stellen überwand und manchmal Flüsse zu Fuß überquerte. Sie betrachtete solche Anstrengungen nicht als Heldentat und nahm niemals Geld für ihre Hilfe. Yuvachev erwähnte auch ihren bescheidenen Lebensstil: In ihrer kleinen Wohnung standen einfache, ungestrichene Möbel, und die Ernährung war schlechter als die der Sträflinge.
Leider hatte die Arbeit unter solchen Bedingungen negative Auswirkungen auf ihre Gesundheit. Im Jahr 1892 erkrankte Maria an Tuberkulose. Der Militärarzt der Tymovskaya-Truppe sagte ihr einen baldigen Tod voraus, aber sie arbeitete weiterhin mit der gleichen Energie, trotz der Krankheit. Im Juni starb sie, und zu ihrer Beerdigung versammelten sich alle Bewohner des Dorfes Rykovskoye. Anton Tschechow erwähnte Maria in seinem Werk "Die Insel Sachalin", was ihre Bedeutung als legendäre Persönlichkeit unterstreicht.
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