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Maria Dmitrievna Krivopolenova

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Maria Dmitrievna Krivopolenova war eine herausragende russische Geschichtenerzählerin und Schriftstellerin. Sie wurde in einem abgelegenen Dorf in der Region Pinega, Ust-Yezhuga, geboren. Mit 24 Jahren heiratete Maria, aber das Familienleben brachte ihr kein Glück: Ihr Mann trank, stahl und wurde in eine Arrestkompanie geschickt. Oft musste sie mit ihrer Tochter in Armut allein leben. Im Alter, als Witwe, lebte sie in großer Not und sammelte Almosen in den Dörfern von Pinega, indem sie für Brot mit ihren Geschichten bezahlte. Im Sommer 1900 traf sie den Folklore-Sammler Alexander Dmitrievich Grigoriev, der von ihr Heldensagen, historische Lieder und Balladen aufzeichnete. Diese Werke wurden in Grigorievs dreibändiger Sammlung "Archangelske Heldensagen und historische Lieder" veröffentlicht. Trotz der Anerkennung in wissenschaftlichen Kreisen änderte sich Marias Leben nicht, und sie lebte weiterhin in Armut.

Fünfzehn Jahre später wurden sie erneut von Folkloristen bemerkt. Die Moskauer Künstlerin und Folklore-Sammlerin Olga Erastovna Ozarovskaya sah in Krivopolenova nicht nur eine Kennerin der Heldensagen, sondern auch eine Künstlerin. 1915 lud sie Maria nach Moskau ein, wo sie auf der Bühne des Polytechnischen Museums auftrat und bekannte Folkloristen traf. Danach reisten Krivopolenova und Ozarovskaya nach Twer, später nach Petrograd, wo ebenfalls Konzerte stattfanden.

Ende 1915 kehrte Krivopolenova nach Pinega zurück, kam aber bald wieder nach Moskau, wo sie eine Reihe von Konzerten in intellektuellen Haushalten gab. Die Künstlerinnen E. V. Goldinger und N. J. Simonovich-Efimova malten ihre Porträts, und der Bildhauer S. T. Konenkov schuf die Skulptur "Die weise alte Frau". Im Frühjahr 1916 ging sie zusammen mit Ozarovskaya auf Tournee durch russische Städte, darunter Saratow, Charkow und Rostow am Don, wo ihr künstlerisches Talent hoch geschätzt wurde.

Im Sommer 1916 kehrte Krivopolenova mit Geld und Geschenken nach Hause zurück, wurde aber bald von ihrem Schwiegersohn aus dem Haus geworfen und fand sich erneut in Armut wieder. 1920, nach der Befreiung des Nordens von den Weißen Garden, wurde in Moskau wieder an sie gedacht. Der Volkskommissar für Aufklärung A. V. Lunatscharsky schickte ein Telegramm mit der Bitte, sich nach ihrem Schicksal zu erkundigen. Krivopolenova wurde eine akademische Rente zugewiesen, und 1921 kam sie erneut nach Moskau, um bei der Eröffnung des dritten Kongresses der III. Internationale aufzutreten.

Maria Dmitrievna Krivopolenova wurde eine der bekanntesten Volkserzählerinnen. Über sie schrieben B. V. Shergin, I. Bražnin, V. Lichutin und K. P. Gemi. Sie wurde auch zur Hauptfigur in den Erzählungen von Oleg Larin und Anatoli Rogov.

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