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Konditorei: von 'A. Siu und Co.'

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Navr sicherlich vielen bekannt der Geschmack des "Jubiläums"-Kekses von der Fabrik "Bolschewik", gelb, mit Schokoladenglasur, knusprig und perfekt zum Tee. Aber haben Sie sich schon einmal gefragt, warum er "Jubiläums" heißt und zu welchem Ereignis? In sowjetischen Zeiten wurde darüber nicht gesprochen, denn der Keks erschien 1913 anlässlich des 300-jährigen Bestehens des Hauses Romanow. Und natürlich hieß die Fabrik damals nicht "Bolschewik", sondern "S.Siu und Co."

Gegründet wurde sie von dem eingebürgerten Franzosen Adolf Siu. Die Fabrik wurde nach den Plänen des Architekten Oskar Didio erbaut und am 1. Oktober 1884 eröffnet. Das Gebäude war erstaunlich: Es wurde von elektrischen Lampen beleuchtet, und die Leute kamen aus Moskau und anderen Orten, um dieses Wunder zu sehen. Der Laden der Fabrik war ein wahres Paradies für Naschkatzen. Im Sortiment waren Kakao, Schokoladen- und Kaffeekekse, Karamell, Monpansie, Marmelade, Gelee, Pastille, Nougat, Saffo, Dragées, Pfefferminzpastillen, Biskuits, Waffeln, Lebkuchen, Törtchen und Eiscreme. Im Laufe der Zeit entstand im Land ein Netzwerk von Fachgeschäften "S.Siu und Co.", und die Produkte wurden nach Persien und China exportiert.

Interessant ist, dass jede Praline zuerst in Pergament und dann in eine Verpackung mit Vignette gewickelt wurde, und all diese Arbeit wurde von Hand erledigt. 150 Frauen arbeiteten als Verpackerinnen und wickelten täglich 800.000 Pralinen ein. Neu waren für das Russische Kaiserreich die Pralinen mit Likör: In die Zuckermischung wurde mehr Stärke hinzugefügt, und dann wurde ein wenig Likör in die erstarrte Kugel gegossen.

Die größte Abteilung in der Fabrik "S.Siu und Co." war die Keksproduktion. Dank der Formen hatten die Kekse verschiedene Formen: Herzen, Hasen, Eichhörnchen, Pferde und andere. Doch das Hauptproblem war der Transport des zerbrechlichen Produkts. "Egal wie viel Aufmerksamkeit der Herstellung von Biskuit geschenkt wird, es ist schwer, ihn zu bewahren, besonders in Russland mit seinen großen Entfernungen. Daher gehen wir mit großer Vorsicht mit allen Details der Verpackung um", behauptete die Firma "S.Siu und Co." Die Geschichte der Fabrik endete vorhersehbar: 1918 wurde sie nationalisiert, und 1920 in "Bolschewik" umbenannt.

Geo-Punkt

Кондитерская фабрика: от «А. Сиу и К.»

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