Eines Tages wurde Leo Nikolajewitsch Tolstoi gefragt, wer der beliebteste Schriftsteller in Russland sei, und er antwortete ohne zu zögern: "Matwei Komarow". Heute ist dieser Name nur wenigen bekannt, aber im 19. Jahrhundert war Komarow tatsächlich einer der bekanntesten Literaten im Imperium. Man kannte ihn sogar im Kreis der wenig gebildeten Leibeigenen, denn er selbst stammte aus diesem Milieu.
In seiner Biografie gibt es viele Unbekannte. Nach einigen Angaben wurde Matwei Komarow 1738 geboren und arbeitete als Hausverwalter bei der Moskauer Adligen Schtschjerbatschowa. Auf der Suche nach Wissen lernte er schnell lesen und, wenn man den Quellen glauben kann, sagte er, dass er "von frühester Kindheit an im Lesen von Büchern geübt habe, zuerst in kirchlichen und dann in weltlichen". Mit der Zeit begann der schlaue Leibeigene, von Schtschjerbatschowa verantwortungsvolle Aufträge zu erhalten. Zum Beispiel half Komarow 1771, als in Moskau eine Pestepidemie ausbrach, seiner Herrin, schnell den gefährlichen Ort zu verlassen und nach Ruza, heute in der Moskauer Oblast, zu ziehen.
Dort schrieb er sein erstes Werk, das gereimte "Brief an Seine Durchlaucht Fürst Alexei Chowanowski". Später schuf Komarow zahlreiche Novellen, Erzählungen und Essays. Insbesondere beschrieb er das Leben des damals bekannten Wanjka-Kaina, der mit seinen Verbrechen ganze Landstriche in Angst hielt. Ein separates Werk widmete Komarow Stepan Razin, das er, um die Zensur zu umgehen, an eine weitere Version der "Geschichte des Betrügers Wanjka Kaina" anheftete.
Diese Werke waren im Land äußerst erfolgreich. Für 3-5 Kopeken pro Buch konnte die Auflage 50-100 Tausend Exemplare erreichen. Nach verschiedenen Angaben starb Matwei Komarow 1815, bereits als freier Mensch, da Schtschjerbatschowa ihm die Freiheit gab. Die letzte Ausgabe seiner Werke erschien 1918, aber fast die gesamte Auflage wurde aus unerklärlichen Gründen beschlagnahmt und vernichtet. So verschwand der Name Matwei Komarow allmählich aus dem Gedächtnis.
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