Im Jahr 1851 fand in Kursk eine Landwirtschaftsausstellung statt, auf die zahlreiche lokale Händler, Bauern und andere Produzenten ihre Waren brachten. In den Pavillons zwischen Holzgeschirr, Fässern, Gemüse, Obst, Honig- und Marmeladengläsern konnte man Zähne eines alten Hais, Bruchstücke von Mammutknochen, Belemniten, ein Stück Kiefer eines prähistorischen Reptils und andere Raritäten sehen. Diese Funde stellte zum ersten Mal der Amateur-Paläontologe Walerian Alexandrowitsch Kiprianov vor.
Obwohl er kein professioneller Wissenschaftler war und als Ingenieur beim Bau von Straßen und Schleusen arbeitete, begann er, alte Skelette, riesige Zähne und Schädel zu bemerken, die er in der Tiefe fand. Nach und nach wurde Kiprianov so von der Erforschung von Fossilien fasziniert, dass er seinen Job aufgab und die Grundlagen der Paläontologie zu studieren begann. Trotz des Fehlens tiefgehender Kenntnisse in dieser Wissenschaft führte er mehrere nützliche Neuerungen ein, darunter eine Methode zur Bestimmung des Alters fossiler Tiere anhand der mikroskopischen Struktur ihrer Knochen.
Die meiste Zeit widmete Kiprianov der Suche nach Dinosauriern, Mammuts und anderen prähistorischen Wesen. Oft hatte er Glück. Einmal fand er die Knochen eines alten Meeresungeheuers und stellte nach sorgfältiger Untersuchung fest, dass es sich um eine neue Art von Plesiosaurus handelte, deren Knochen den Knochen von Pottwalen ähnelten. Doch manchmal machte er Fehler aufgrund fehlender Fachausbildung und verwechselte die Skelette. So entdeckte er einmal Knochen, die er für die Überreste eines neuen Krokodils hielt, später stellte sich jedoch heraus, dass es sich um einen Megalosaurus, ein Landtier, handelte.
Dennoch wurden Kiprianovs Arbeiten von Wissenschaftlern hoch geschätzt. Der Paläontologe Eduard Eichwald bemerkte, dass er eine der besten Sammlungen fossiler Tiere in Russland zusammengestellt hatte. So leisteten auch Amateur-Paläontologen einen bedeutenden Beitrag zur Entwicklung dieser Wissenschaft.
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