Im 19. Jahrhundert entstand in Russland ein Interesse am Realismus und an der Beschreibung des Alltagslebens. In der Literatur wandten sich Lermontow und Gogol dieser Richtung zu, während in der Malerei Pawel Fedotow herausstach. Eines seiner bekanntesten Werke ist das Gemälde 'Frischer Kavaller', auch bekannt als 'Morgen eines Beamten, der das erste Kreuzchen erhalten hat'. Auf diesem Bild sind viele für die damalige Zeit charakteristische Details zu sehen, und es zaubert bis heute ein Lächeln ins Gesicht.
Das erste, was ins Auge fällt, ist der 'Kavalier' selbst, ein Vertreter der Bürokratie. Er ist am Morgen in einem Hausmantel dargestellt, der an eine römische Toga erinnert. Seine majestätische Pose vor dem ärmlichen Ambiente des Zimmers und dem verstreuten Müll wirkt erbärmlich und eitel. Judging by the bottles and food remnants lying on the floor, the celebration of receiving the order was boisterous. This is also evidenced by the guitar standing on the chair. Nevertheless, the official is confident in his high status and demands respect. However, in the gaze of the maid, who hands him his tattered boots, one can read condescension and reproach: 'You should get dressed, sir.'
Obwohl Fedotows Gemälde als humoristisch angesehen wurde, wurde es in der Gesellschaft als Kritik an den Beamten wahrgenommen, bis hin zur Dämonisierung der Bürokratie. Der bekannte Kritiker Wladimir Stasow schrieb: 'Vor Ihnen steht eine verknöcherte Natur, ein käuflicher Bestechlicher, ein seelenloser Sklave seines Chefs, der an nichts denkt außer an Geld und das Kreuzchen in der Revers.'
Pawel Fedotow stritt mit dem Kritiker und behauptete, dass er sich nicht dieses Ziel gesetzt habe, sondern nur die Eitelkeit verspotten wollte. Doch später sah sich der Künstler selbst mit der bürokratischen Maschine konfrontiert: Einer der Zensoren forderte, das Bild des Ordens zu entfernen, um den Status der staatlichen Auszeichnung nicht zu beschmutzen. Fedotow weigerte sich kategorisch.
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