Am 10. Januar 1876 ereignete sich im Dorf Wjasemka in der Provinz Penza ein schockierender Vorfall: Ein Wolf, der aus dem Wald sprang, biss 37 Menschen. Infolgedessen starben 20 von ihnen an Tollwut, da es zu dieser Zeit noch keinen Impfstoff gegen diese Krankheit gab. Zehn Jahre später geschah Ähnliches in der Region Smolensk. Die Ärzte waren der Meinung, dass die Bauern verloren waren, doch der zemstovische Funktionär Peter Grablev wusste von den Erfolgen Louis Pasteurs und wandte sich an den Wissenschaftler, um Hilfe zu bitten. Pasteur antwortete und ein Teil der Mittel für den Aufenthalt in Frankreich für die smolensischen Bauern wurde von Alexander III. bereitgestellt.
Am 1. März 1886 kamen die Bauern in Paris an. Da sie kein Französisch sprachen, wurde sie von dem Virologen Nikolai Gamaleya begleitet. Die smolensischen Bauern gehörten zu den ersten der Welt, die erfolgreich gegen Tollwut geimpft wurden. Von 19 Personen überlebten 16. Dank dessen stellte Pasteur fest, dass in schweren Fällen ein intensiverer Impfkurs erforderlich ist. Der Impfstoff war gerade entwickelt worden, und Pasteur und Gamaleya hatten noch viele Fragen, aber es war ein bedeutender wissenschaftlicher Durchbruch.
Die Smolener verbrachten einen Monat in Paris und wurden dank der Veröffentlichungen in der Presse zu lokalen Berühmtheiten. Ihre Landsleute, die in Frankreich lebten, besuchten sie, zeigten ihnen die Stadt und beschafften sogar Roggenbrot und eingelegte Gurken, als die Bauern danach Sehnsucht hatten. Nach ihrer Rückkehr nach Russland im April wurden sie oft gefragt: "Hat Pasteur euch gut behandelt?" Worauf sie stets antworteten: "Gut! Was für ein netter Mann, Gott gebe ihm Gesundheit!"
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