Während des Vietnamkriegs erhielten Soldaten von Spezialeinheiten aus den USA, Australien und Neuseeland den Spitznamen "Tunnelratten". Ihre Aufgabe war es, Tunnel auf feindlichem Gebiet zu finden, zu erkunden und zu zerstören. Dies war eine äußerst gefährliche Arbeit, da den Soldaten unter der Erde zahlreiche Fallen drohten.
Unter den Angehörigen des 1. Bataillons des Königlichen Australischen Regiments war Alexander Iljin, der Sohn russischer Weißemigranten. Er wurde 1945 in Shanghai geboren, und nach der Machtübernahme der Maoisten zog seine Familie nach Australien. Im Alter von 20 Jahren trat Iljin in die Armee ein.
Die vietnamesischen Tunnel stellten ein komplexes Netzwerk unterirdischer Gänge dar, in denen sich wichtige Objekte, Lazarette, Lager, Kasernen, Küchen und sogar Kinos zur Vorführung von Propagandafilmen befanden. Iljin erinnerte sich daran, wie er hunderte Meter kriechen musste, den Boden und die Wände abtastend auf der Suche nach Minen, Stolperdrähten und Pfählen. Manchmal ließen die Vietnamesen absichtlich giftige Schlangen und Spinnen am Eingang zurück.
Jahre später erinnert sich Iljin an einen angespannten Vorfall. In ihrem Regiment wusste man, dass die Vietnamesen von sowjetischen Instrukteuren unterstützt wurden. Eines Tages meldete der Geheimdienst das Auftauchen eines hellhaarigen Europäers im feindlichen Regiment. Alle waren sich sicher, dass es sich um einen sowjetischen Offizier handelte, und der Befehl kam, ihn lebend zu fangen. Die Australier legten einen Hinterhalt und warteten auf sein Erscheinen.
"Ich dachte, Gott bewahre, er kommt genau auf mich zu", erzählte Alexander Iljin. "Ich bin auch Russisch, aber in australischer Uniform". Er wollte nicht auf seinen Landsmann schießen oder ihn gefangen nehmen. Doch der Europäer kam tatsächlich auf Iljins Position, und er musste ihn entwaffnen. Zum Glück war es ein schwedischer Korrespondent, der den Krieg von der vietnamesischen Seite filmte. "Ich fühlte eine riesige Erleichterung", erinnerte sich Iljin.
Jetzt lebt der russische Australier in Sydney und leitet die lokale Veteranenvereinigung des Vietnamkriegs.
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