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Ikonnikow Nikolai Flegontowitsch

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Das Leben von Nikolai Flegontowitsch Ikonnikow (1885-1970) erinnert an einen spannenden Abenteuerroman. Geboren im Dorf Annenkowo im Kusbetsker Ujesd (heute Oblast Penza) in einer Familie des Ujesd-Vorstehers des Adels, war er Goldmedaillengewinner des Moskauer Gymnasiums und Absolvent der Moskauer Universität. Ikonnikow nahm an zwei Expeditionen nach Südamerika teil, wo er die undurchdringlichen Dschungel an den Quellen des Amazonas erforschte, wofür er eine große Silbermedaille der Gesellschaft der Naturwissenschaftler erhielt. Seine Sammlungen befinden sich im Zoologischen Museum der MGOU, und er galt als vielversprechender Wissenschaftler und Entomologe.

Im Alter von 26-27 Jahren wurde Ikonnikow der letzte Ujesd-Vorsteher des Adels in der Geschichte des Kusbetsker Ujesds und Vorsitzender des Ujesd-Landrats. Im Sommer 1917 wurde er zum Mitglied des Zentralrates der Grundbesitzer unter der Provisorischen Regierung gewählt. Während des Bürgerkriegs diente er zunächst als Intendant in der Freiwilligenarmee und übernahm dann die Leitung der bolschewistischen Struktur „Glavsahar“, die für den Transport und die Verteilung von Zucker im ganzen Land zuständig war. In dieser Rolle organisierte er die Überführung von Anhängern der Weißen Bewegung aus Moskau über die Frontlinie, und das System funktionierte 15 Monate lang. Darüber schrieb er in seinem Buch „500 Tage hinter den feindlichen Linien: Bericht über eine Dienstreise nach Sowjetrussland im Jahr 1918“ (Paris, 1933). Doch nicht alle glauben, dass seine Motivation die Treue zur Weißen Idee war. Nach der Enthüllung einer „konterrevolutionären Verschwörung“ konnte er 1920 nach Jugoslawien und 1924 nach Paris ausreisen.

Sein weiteres Leben hätte einem anderen Menschen gehören können. Ikonnikow war Mitglied des Rates der russischen Adligen in Paris und leitete ab 1938 die genealogische Abteilung. Er war auch Mitglied der Zentralen Genealogischen Kommission beim Rat der russischen Adligen in Europa. Sein Hauptwerk wurde der Band „La Noblesse de Russie (Der Adel Russlands)“, der von 1956 bis 1966 in französischer Sprache in einer Auflage von 70 Exemplaren veröffentlicht wurde. Dieses 51-bändige Nachschlagewerk hat bis heute keine Konkurrenz in Bezug auf Vollständigkeit. Auf dem Titelblatt jedes Halbbandes stehen unter dem Namen des Autors die Worte „Vorsteher des Kusbetsker Adels“. Die Ausgabe von Ikonnikow gilt heute als bibliografische Rarität.

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